308.000 Euro im Jahr: WDR-Intendantin verdient mehr als Bundespräsident Wulff
Als erster öffentlich-rechtlicher Sender hat der Westdeutsche Rundfunk die Gehälter seiner Führungsspitze veröffentlicht. Senderchefin Monika Piel bekommt demnach ein höheres Gehalt als der Bundespräsident - und oben drauf noch eine Prämie für lange Betriebszugehörigkeit.
Berlin - Die erste Frau an der Spitze des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Monika Piel, verdient mehr als der erste Mann im Staat, Bundespräsident Christian Wulff. Als erste Landesrundfunkanstalt hat der WDR die Gehälter seines Führungspersonals veröffentlicht. Demnach erhielt Intendantin Monika Piel im vergangenen Jahr 308.000 Euro erfolgsunabhängiges Gehalt. Die fünf vom Rundfunkrat gewählten Direktoren bekamen zwischen 190.000 und 206.000 Euro. Die Zahlen veröffentlichte der WDR in seinem Geschäftsbericht 2009, worauf der Branchendienst "Funkkorrespondenz" am Montag hinwies.
Der WDR ist bislang der einzige öffentlich-rechtliche Sender, der die Gehälter des Leitungspersonals einzeln und individualisiert veröffentlichte. Dazu ist er laut WDR-Gesetz verpflichtet, das im vergangenen Jahr um einen entsprechenden Passus ergänzt wurde. Neben den Jahresbezügen erhielt Piel demnach noch eine Einmalzahlung von 23.000 Euro wegen 25-jähriger Betriebszugehörigkeit und Sachbezüge in Höhe von 21.000, wobei es sich um den "privat zu versteuernden geldwerten Vorteil" für ihren Dienstwagen handelte.
Damit verdient die WDR-Intendantin mehr als der Bundespräsident. Für Christian Wulff liegt das jährliche Grundgehalt bei 199.000 Euro - im Gegensatz zu Monika Piel erhält er seine Bezüge allerdings bis ans Lebensende. Außerdem wohnt der amtierende Präsident kostenlos in einer eigens reservierten Villa und hat für das Hauspersonal weitere 78.000 Euro zur Verfügung. Regierungschefin Merkel verdient laut Gesetz elf Prozent weniger als der Bundespräsident.
ore/dpa
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- Montag, 09.08.2010 – 18:37 Uhr
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Die GEZ führte zuletzt rund 42,5 Millionen Teilnehmerkonten mit 43 Millionen Radios, 37 Millionen Fernsehgeräten und 192.000 "neuartigen Rundfunkgeräten". Insgesamt verteilte sie 7,26 Milliarden Euro an die Sender. Davon erhielten die neun ARD-Anstalten insgesamt rund 5,35 Milliarden, das ZDF knapp 1,73 Milliarden und das Deutschlandradio circa 183 Millionen Euro. Für die GEZ, die in Köln sitzt, arbeiten derzeit etwa 1.100 Mitarbeiter. Hinzu kommen die "Gebührenbeauftragten", die im Auftrag der ARD-Sender im jeweiligen Sendegebiet nach Schwarzsehern fahnden und Fragen zur Gebührenpflicht beantworten.
Immer mehr Bürger lassen sich von der Gebührenpflicht befreien, weil sie arm sind und etwa Hartz-IV beziehen. Derzeit sind im Schnitt aller ARD-Anstalten zehn Prozent aller Gebührenzahler von der Fernsehgebühr befreit. In Berlin und Brandenburg, dem RBB-Sendegebiet, waren es jedoch fast 16 Prozent, gefolgt von Radio Bremen mit gut 15 Prozent. Vor allem im Südwesten Deutschlands lag die Befreiungsquote deutlich darunter: Am geringsten fiel sie mit 6,66 Prozent im Gebiet des Bayerischen Rundfunks (BR) aus, gefolgt vom Südwestrundfunk (SWR) mit 6,80 Prozent.
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