Israel Mit Ernie und Bert für den Frieden

Rückkehr der Puppen: Nach jahrelanger Pause sollen in Israel und den Palästinensergebieten neue Folgen der Sesamstraße ausgestrahlt werden. Ziel ist die Erziehung zu Toleranz und Respekt.


Jerusalem - Sie predigen Frieden, Vielfalt - und Zähne putzen: Die Figuren der Sesamstraße. Wie Produzenten am Sonntag mitteilten, sollen in Israel und den palästinensischen Gebieten neue, speziell auf die Region zugeschnittene, Sesamstraßen-Folgen gezeigt werden.

Ernie und Bert aus der "Sesamstraße": In der israelischen Version soll erstmals eine arabische Figur auftreten
DPA

Ernie und Bert aus der "Sesamstraße": In der israelischen Version soll erstmals eine arabische Figur auftreten

Erstmals soll auch eine arabische Figur in "Rechov Sumsum", der israelischen Version der Sesamstraße, auftreten. Die Puppe mit dem Namen "Mahboub" spricht Hebräisch und Arabisch. In "Shara'a Simsim", der für die palästinensischen Gebiete konzipierten Sesamstraße, sollen Jungs aus der Westbank und dem Gazastreifen positive Vorbilder gezeigt bekommen.

"Es geht uns um Respekt und Toleranz", sagte Gary Knell, Vorsitzender des "Sesamstraßen-Workshops", einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in New York. "Wir wissen, dass Fernsehen Kindern etwas beibringen kann. Die Frage ist nur: Was?"

Das Ziel der neu-konzipierten Folgen für Israel und die Palästinensergebiete sei es, dem negativen Einfluss der Gesellschaft entgegenzuwirken - schon Dreijährige könnten Vorurteile aufbauen. "Sie werden damit ja nicht geboren, sondern lernen es von ihren Eltern, der Gemeinschaft, von Freunden", so Knell.

In Verbindung mit dem Relaunch der Sesamstraße haben Politiker der Region angekündigt, zur Erziehung von Kindern im Gaza-Streifen und der West-Bank weitere Puppenshows im Fernsehen zu zeigen. "Kindern zu zeigen, wie man trotz aller Unterschiede friedlich zusammen arbeitet und lebt, eröffnet neue Wege im Umgang mit Konflikten", sagte Yuli Tamir, Israels Bildungsminister.

In den USA in den späten sechziger Jahren erstmals ausgestrahlt, wird die Sesam-Straße momentan in mehr als 120 Staaten der Welt gezeigt.

Die israelische Version der Sesamstraße, die in den frühen achtziger Jahren auf Sendung ging, war ein erfolgreiches Format. Aus Mangel an Geld wurde die Produktion neuer Folgen aber für mehr als zehn Jahre eingestellt.

AP, Ben Winograd

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