Künstler und DDR-Dissident A. R. Penck ist tot

Der deutsche Maler und Bildhauer A. R. Penck ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er gilt als bedeutendster Gegenwartskünstler und Vater der "Neuen Wilden".

DPA

Der deutsche Maler A. R. Penck ist tot. Der 77-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Ralf Winkler hieß, sei bereits am Dienstag nach einer längeren Krankheit in Zürich gestorben, teilte die Galerie Michael Werner der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Paris mit. Der Kölner Galerist hatte Penck entdeckt und Ende der 60er-Jahre auch erstmals ausgestellt.

A. R. Penck gilt als bedeutendster Gegenwartskünstler und Vater der "Neuen Wilden". Der Maler, Grafiker und Bildhauer wurde am 5. Oktober in Dresden geboren. In seiner Heimatstadt blieb ihm der Zugang zur Kunsthochschule jedoch verwehrt. Viermal bewarb sich Penck vergebens. Damals noch unter dem Namen Ralf Winkler bekannt schlug er sich zeitweise als Nachtwächter, Briefträger und Kleindarsteller durch.

In dieser Zeit wirkte er auch in der Kurzdokumentation "Drei von vielen" von Regisseur Jürgen Böttcher mit. Gezeigt werden durfte der Film in der DDR jedoch nicht. Auch Pencks Bilder wurden von der Staatssicherheit beschlagnahmt. Immer häufiger bekam der Künstler Probleme mit der Stasi. 1980 wurde Penck schließlich ausgebürgert und siedelte in den Westen über. Unter dem seinem Künstlernamen A.R. Penck schaffte er den internationalen Durchbruch.

Das Kunstwerk "Spaziergang in der Nacht" von A. R. Penck
Rolf Vennenbernd/dpa

Das Kunstwerk "Spaziergang in der Nacht" von A. R. Penck

Penck ist mit seiner Bildsprache aus Strichmännchen mit erigierten Penissen, Kreuzzeichen, Totenköpfen und beißenden Hunden bekannt geworden. Eine Zeichenkunst, mit der er die damalige Trennung Deutschlands und die Suche des Individuums nach einer freien Gesellschaft thematisiert.

asc/dpa



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