Hamburg/Kairo - Drei Monate Gefängnis - das ist die Strafe für einen der populärsten Komiker der arabischen Welt, weil er Witze über den Islam gemacht hat. Ein Gericht in Kairo befand den ägyptischen Schauspieler und Autor Adel Imam für schuldig, den Glauben seiner Landsleute zu diffamieren.
Der Künstler war von einem Anwalt mit Verbindungen zu islamistischen Gruppen beschuldigt worden, religiöse Symbole wie Bärte und wallende Kleidungsstücke verächtlich gemacht zu haben. Die Sache hatte Justizkreisen zufolge monatelang bei Gericht gelegen. Der Schuldspruch gegen Imam wurde kurz nach dem Sieg islamischer Parteien bei den ersten freien Wahlen in Ägypten seit sechs Jahrzehnten verkündet.
Die staatliche Website Ahram Online berichtete, Imam sei wegen eines Films aus dem Jahr 2007 und eines Theaterstücks von 1998 verurteilt worden. In dem Film spielte er einen korrupten Geschäftsmann, in dem Stück einen arabischen Diktator.
Urteile gegen Künstler und Intellektuelle wegen Religionsbeleidigung sind in Ägypten nicht selten. Imams Fall kommt aber wegen der Popularität des Angeklagten und des Zeitpunkts des Urteils eine besondere Brisanz zu. Offensichtlich müssen Religionskritiker im neuen Ägypten verstärkt mit staatlichen Repressionen rechnen.
cbu/dapd/Reuters
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