Affäre um Verlegersohn Konstantin Neven DuMont muss Vorstand verlassen

Neuer Höhepunkt einer bizarren Affäre: Verlegersohn Konstantin Neven DuMont, der bislang beurlaubt war, ist aus dem Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg abberufen worden.

Verleger Konstantin Neven DuMont: "Brief bekommen, dass ich gekündigt wurde"
dpa

Verleger Konstantin Neven DuMont: "Brief bekommen, dass ich gekündigt wurde"


Köln - Neue Eskalationsstufe im fast schon alttestamentarisch wirkenden Konflikt zwischen Verlegervater und Verlegersohn im Kölner Medienunternehmen M. DuMont Schauberg (MDS). Am Donnerstag wurde bekannt: Konstantin Neven DuMont muss den Vorstand von MDS verlassen. Das bestätigte die Kölner Konzernzentrale auf Nachfrage der "Süddeutschen Zeitung". Damit hat der Sohn von Alfred Neven DuMont alle Führungsämter im Verlag verloren.

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bezog Konstantin Neven DuMont selbst Stellung: "Ich habe am 6. Dezember einen Brief bekommen, dass ich gekündigt wurde." Wer den 41-Jährigen als Vorstand für Strategie und Kommunikation ersetzen soll, ist bislang noch offen und soll voraussichtlich erst 2011 entschieden werden.

Die Abberufung aus dem Vorstand ist der bisherige Höhepunkt in der Affäre um den Verlegersohn. Angefangen hatte sie mit Blog-Einträgen auf der Website des Medienjournalisten Stefan Niggemeier, die Konstantin Neven DuMont unter falschem Namen geschrieben haben soll. Als der Verlegersohn dies bestritt, nahm die sogenannte Konstantingate-Affäre ihren Lauf, gipfelte in einem öffentlich ausgetragenen Vater-Sohn-Streit. Konstantin Neven DuMont forderte seinen 83-jährigen Vater Alfred in der "Bild"-Zeitung auf, zurückzutreten.

Der Vater hüllte sich lange in Schweigen, reagierte letztlich aber doch. Konstantin Neven DuMont verlor schließlich wegen "geschäftsschädigender Äußerungen seine Herausgeberposten beim "Kölner Stadt-Anzeiger", "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung", flog zudem aus dem Impressum der "Frankfurter Rundschau". Die Chefredakteure der M. DuMont Schauberg-Gruppe hatten sich zuletzt öffentlich von Konstantin Neven DuMont distanziert.

Offen ist momentan noch, was aus Konstantin Neven DuMonts verbliebenen Posten wird, er sitzt unter anderem im Aufsichtsrat der dpa. Auch seine Verlagsanteile sollen Konstantin Neven DuMont laut dpa frühestens 2020 ausgezahlt werden. "Aber die Frage ist, was die dann noch wert sind", so Konstantin Neven DuMont.

Für seine Zukunftspläne, die er dem SPIEGEL Anfang Dezember mitgeteilt hatte, dürfte der Verlegersohn jetzt viel Zeit haben: ein eigenes Web-Portal für Medienkritik.

dia/dpa

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