Nach Wirbel um Antragsverweigerung Ai Weiwei bekommt doch britisches Sechsmonatsvisum

Der chinesische Künstler Ai Weiwei erhält doch ein sechsmonatiges Visum für Großbritannien. Das britische Innenministerium schickte ein Entschuldigungsschreiben an den Regimekritiker. Der ist derweil in München gelandet.

In Deutschland angekommen: Der chinesische Künstler Ai Weiwei
DPA

In Deutschland angekommen: Der chinesische Künstler Ai Weiwei


Sinneswandel in Großbritannien: Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt nun doch ein sechsmonatiges Visum von den britischen Behörden. Ein Sprecher des britischen Innenministeriums erklärte, Innenministerin Theresa May habe das angeordnet. May sei bei der ursprünglichen Entscheidung nicht zurate gezogen worden, heißt es.

Großbritannien hatte Ai zunächst nur ein 20-Tage Visum genehmigt. Diese Entscheidung sorgte weltweit für Wirbel, da die britische Regierung dem regimekritischen Künstler ausgerechnet wegen seiner politisch motivierten Inhaftierung 2011 eine kriminelle Vergangenheit unterstellte - und ihm deswegen ein langfristiges Visum verweigerte. Ai wollte zur Eröffnung seiner Ausstellung in der Royal Academy of Arts in London vom 19. September bis 13. Dezember nach London reisen.

Die guten Nachrichten empfängt der Künstler in Deutschland: Nach Rückerhalt seines Passes war Ai am Donnerstagnachmittag nach München geflogen, wo er sich ärztlich untersuchen lassen wollte. In der bayerischen Hauptstadt erwartete ihn auch sein sechsjähriger Sohn, der seit einem Jahr in Deutschland lebt. Nach Auskunft seiner Berliner Galerie Neugerriemschneider wird Ai "irgendwann in den nächsten Tagen" auch in Berlin erwartet.

hkn/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
BrunoGlas 31.07.2015
1. Ai Wei wei, das Zielobjekt für Foristen und Kommentatoren aus der freien Welt
Ausgerechnet in den Gesellschaften, wo die Menschen am freiesten sind, zeigen diejenigen, die sich sonst nie austoben getrauen, die Hobbyforisten hier, nur ihre Zwang zur Selbstzensur. Ein beliebtes Zielobjekt ist stets Ai Weiwei, den aber überhaupt keiner kennt. Ähnlich ist es mit den Pegida-Leuten, die quasseln von Überfremdung, doch keiner kennt jemanden aus einer anderen kulturellen Liga. Insgesamt wird über alles hergezogen, was oberhalb von Rülpsniveau und Bildzeitungsformat angesiedelt ist. Oh, armes Deutschland, leider kenne ich das Volk aus dem Osten und oberhalb von Dortmund nur zu gut. Schon als Jugendliche, und dann als alte Männer, viel zu fett, pinkfarbene Billigklamotten von H & M, Haare raspelkurz mit Topfdeckeltonsur, Wanstgesicht, im August beim Feuerwehrfest im Bierzelt sturzbesoffen, dazu Musik von Roland Kaiser und RotermundRosenrotHosentot. Das ist der typische Forist hier in Spiegel-Online. O K, wenn ich Ai Weiwei demnächst wieder in Berlin treffe, werde ich ihm die jetzt gleich nachgereichten vielen Kommentare vorlesen. Dann wird er sich vor lauter Lachen übergeben müssen. Gott preise ihn, den geschäftstüchtigen Künstler aus China, der so erfolgreich ist, weil er sich stets über all die Dummheit seiner Unterdrücker lustig macht.
garfield53 31.07.2015
2. mmm
Der Narr hat seine Schuldigkeit getan, er wird von seinen Förderern eigentlich nicht mehr gebraucht. Er sollte endliche im Fundus der medialen Kriegsführung versenkt werden und wird dann und wann zu "Feiertagen" mal reanimiert, wie so viele Andere unserer mühsam aufgebauten "Widerständler". Mit politischen "Leichen" ist halt kein Geschäft mehr zu machen. Der berühmte Sack Reis, welcher in Peking umgefallen ist!
poli-ticker 31.07.2015
3. @1 BrunoGlas
Sehr treffend von Ihnen beschrieben. Da macht ja das Forenlesen mal wieder Freude. Roger Willemsen hätte es nicht besser formulieren können. Chapeau!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.