Ai-Weiwei-Protest Setzt China den Stuhl vor die Tür!

Sitzen für Ai Weiwei: Zur Documenta 2007 hatte der Chinese 1001 Landsleute eingeladen. Nach seiner Festnahme Anfang April rufen nun Künstler weltweit zu einer Protestaktion auf - Demonstranten sollen sich mit Stühlen vor chinesischen Konsulaten und Botschaften einfinden.

REUTERS

Hamburg/Berlin - Mit einer weltweiten Aktion wollen sich Künstler am Sonntag, dem 17. April, für die sofortige Freilassung des chinesischen Gegenwartskünstlers Ai Weiwei einsetzen. In Anlehnung an Ai Weiweis Documenta-Beitrag "Fairytale" haben die Veranstalter im Internetnetzwerk Facebook dazu aufgerufen, in verschiedenen Städten der Welt - darunter auch in Berlin und München - um 13 Uhr Ortszeit 1001 Stühle vor chinesischen Botschaften und Konsulaten aufzustellen.

Zur Documenta 2007 hatte Ai Weiwei 1001 Chinesen und ebenso viele Holzstühle aus der Qing-Dynastie nach Kassel geholt. Die jetzige Aktion "1001 Stühle für Ai Weiwei" soll unter anderem auch in New York, Stockholm, London, Paris, Wien, Moskau, Madrid oder Hongkong stattfinden.

Die Teilnehmer sind per Facebook aufgerufen, selbst Stühle mitzubringen und darauf Platz zu nehmen. Die Idee stammt vom Kurator Steven Holmes. Die Aktion soll auf "friedliche" Art und Weise der Forderung Ausdruck verleihen, Ai Weiwei sofort freizulassen, hieß es auf der Facebook-Seite. Zudem setzen sich die Organisatoren dafür ein, dass Künstler in China frei arbeiten und ihre Meinung äußern können.

Der Regimekritiker Ai Weiwei wurde am 3. April in Peking festgenommen und ist seitdem verschwunden.

sha/dpa



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