Polit-Kunst von Ai Weiwei Mit Milchpulverdosen gegen das Regime Chinas

Der chinesische Künstler Ai Weiwei klagt sein Heimatland an: Mit 1800 Milchpulverdosen stellt der Regimekritiker in einer neuen Ausstellung die Volksrepublik nach und macht auf die Knappheit von Babynahrung aufmerksam.

Neue Kunst von Ai Weiwei: Die Volksrepublik aus Milchkartons
AP

Neue Kunst von Ai Weiwei: Die Volksrepublik aus Milchkartons


Hamburg/Hongkong - Sein Werk nennt er schlicht "Babymilchpulver 2013". Es steht auf dem Boden einer Ausstellungshalle in Hongkong, es ist acht mal zehn Meter groß und setzt sich aus 1815 Babymilchpulverdosen zusammen. Der regimekritische Künstler Ai Weiwei macht mit seiner neuen Installation auf die Knappheit der Babynahrung aufmerksam.

Die Verpackungen stehen nicht für sich, sie stehen für ein Ganzes: für die Volksrepublik China. Dort ist die Nachfrage nach Milchpulver groß, da vergleichsweise wenige Mütter ihre Kinder stillen. Einheimische Produkte sind jedoch seit dem Milchpulver-Skandal von 2008 verschrien - damals waren sechs Kinder an verseuchter Babymilch gestorben, tausende weitere wurden geschädigt.

Für seine Ausstellung hat Ai Weiwei Dosen von sieben verschiedenen Marken in Hongkong gekauft. Mit seiner Aktion will er auch auf ein besonderes Verbot hinweisen: Besuchern der Stadt ist es nicht erlaubt, größere Mengen des Pulvers nach Festlandchina auszuführen. Die Lebensmittelsicherheit in China sei "ein sehr ernstes Problem", sagte Ai. "Die Menschen in Hongkong machen mit diesen Problemen Gewinn und leiden gleichzeitig darunter."

Seit März gilt in der Sonderverwaltungsregion ein Ausfuhrverbot für größere Mengen Milchpulver. Bei Verstößen drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Auch in Australien und sogar in Europa sind die Auswirkungen der chinesischen Nachfrage zu spüren.

kha/AFP

insgesamt 9 Beiträge
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wwwwalter 17.05.2013
1. Da müsste man als erstes die Frage stellen
weshalb so wenige Frauen in China ihre Kinder selbst stillen. Das ist doch das Natürlichste überhaupt - wie können sich denn bloß die Mütter von Milchpulver abhängig machen ? Die Menschheit lebt zunehmend einen künstlichen, naturfernen Lebensstil, das kann auf die Dauer nicht gut enden.
rotertraktor 17.05.2013
2. Weiwei, der Lakaikai
Zitat von sysopAPDer chinesische Künstler Ai Weiwei klagt sein Heimatland an: Mit 1800 Milchpulverdosen stellt der Regimekritiker in einer neuen Ausstellung die Volksrepublik nach und macht auf die Knappheit von Babynahrung aufmerksam. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ai-weiwei-stellt-mit-babymilchdosen-in-hongkong-china-nach-a-900540.html
Von einem somalischen oder haitianischen Künstler wäre eine solche Installation noch weitaus glaubwürdiger ... aber das Elend der Loser interessiert ja eh keinen, während Weiwei als willkommener Lakai für die künstlerische Illustration der vermeintlichen Überlegenheit des Kapitalismus hochgejubelt wird.
chinsa 18.05.2013
3. Au Wei A.....
Der Herr kämpft mitnichten gegen das " Regime" mit dieser Aktion, sondern gegen die Dummheit und den innerchinesischen Rassismus einer kleinen Gruppe von Hong Kong Chinesen. Bevor Sie mit solchen Überschriften die Leser verdummen sollten Sie das zugrunde liegende Problem korrekt beschreiben. Abgesehen davon ist Herr Au einer der größten Nutznießer des "Regimes".
kbbaby 18.05.2013
4. Und was ist mit Stillen?
Warum stillen die Muetter nicht, wenn es nicht ausreichend “sauberes“ Milchpulver gibt? Das ist dann wieder der tolle westliche Einfluss. Genau wie mit den Windeln. Pampers hatte eine riesige Marketingmaschine angeworfen, um den Chinesen klar zu machen, dass sie deren Wegwerfwindeln benötigen.
richsorge 18.05.2013
5. Au Weia,
Zitat von sysopAPDer chinesische Künstler Ai Weiwei klagt sein Heimatland an: Mit 1800 Milchpulverdosen stellt der Regimekritiker in einer neuen Ausstellung die Volksrepublik nach und macht auf die Knappheit von Babynahrung aufmerksam. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ai-weiwei-stellt-mit-babymilchdosen-in-hongkong-china-nach-a-900540.html
wenn das die ihn unterstützenden westlichen Politiker wüßten, daß für ihn Taiwan zur VR China zählt. Genauer hinsehen hilft!!!!!!!!
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