AK-47 "Kalaschnikow" Objekt der Begierde

Eigentlich wollte der russische Panzergrenadier Michail T. Kalaschnikow nur ein Gewehr bauen, das ein möglichst großes Magazin und möglichst wenig Gewicht haben sollte. Auf Anhieb gelang ihm ein Klassiker, wie eine Ausstellung in Berlin jetzt dokumentiert.


Automat Kalschnikow: Sturmgewehr mit Kultcharakter
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Automat Kalschnikow: Sturmgewehr mit Kultcharakter

Sein Sturmgewehr AK-47 war robust und hatte so gut wie nie Ladehemmung, es kombinierte hohe Zielgenauigkeit mit einer relativ großen Reichweite (800 Meter) und großer Durchschlagskraft. So wurde die Kalaschnikow in kurzer Zeit zum Symbol des Aufstands und zum beliebten Logo von Freiheitskämpfern und Terroristen auf der ganzen Welt. Die RAF schmückte sich ebenso mit dem Gewehr wie Osama Bin Laden; der westafrikanische Staat Burkina Faso nahm die Kalaschnikow sogar ein paar Jahre lang ins Staatswappen auf. Der italienische Künstler Antonio Riello hat seiner Faszination für die AK-47 jetzt nachgegeben und eine Ausstellung in der Berliner Galerie Paula Böttcher ("Automat Kalashnikova", 26. Januar bis 23. Februar, Kleine Hamburger Straße 15) eingerichtet, die das Verhältnis von Ethik und Ästhetik untersuchen soll und, was sonst, die "Ästhetisierung von Gewalt" zum Thema macht. Seine Objekte, Malereien und Zeichnungen sehen aus, als wären die Gewehre von Modedesignern entworfen worden ­ Waffe gewordene Damen-Accessoires aus Plüsch und Fell. Michail Kalaschnikow, der heute hochbetagt am Fuß des Urals lebt, hätte dafür kein Verständnis. Am liebsten, sagte er Jahre später, hätte er damals etwas Nützliches erfunden ­ etwa einen Rasenmäher.



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