Ali Ferus Usbekischer Journalist nach Deutschland ausgereist

Der usbekische Journalist Ali Ferus, Mitarbeiter der regierungskritischen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta", ist nach monatelangem juristischen Tauziehen nach Deutschland ausgereist.

Ali Ferus vor Gericht in Moskau im August 2017
AP

Ali Ferus vor Gericht in Moskau im August 2017


"Wir befinden uns in einem Flugzeug nach Deutschland. Ali geht es gut!" teilte der Anwalt von Ali Ferus kurz vor dem Abflug mit.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschied in einem Eilbeschluss, dass Ferus nicht abgeschoben werden dürfe. Zugleich gab es hinter den Kulissen Bemühungen mit deutscher Beteiligung, ihm die Ausreise in ein anderes Land zu ermöglichen. Am 8. Februar genehmigte ein Moskauer Stadtteilgericht die Ausreise.

Ferus war im August 2017 in der russischen Hauptstadt festgenommen und zur Abschiebung nach Usbekistan verurteilt worden, weil er sich illegal in Russland aufhalte. Der Journalist und seine Verteidiger wehrten sich dagegen. Ferus drohten in der zentralasiatischen Republik Verfolgung und sogar Folter wegen seiner kritischen Artikel und seiner Homosexualität, argumentierten sie.

Ali Ferus wurde als Chudoberdi Nurmatow in Russland geboren und lebte ab seinem 17. Lebensjahr in Usbekistan. Nachdem er dort laut der "Nowaja Gaseta" festgenommen und gefoltert wurde, verließ er das Land 2009 fluchtartig. Demnach verlor er 2012 seinen usbekischen Pass. In Russland versuchte er mehrmals, Asyl zu bekommen.

Der Journalist berichtete für seine Zeitung über die Rechte von Schwulen und Minderheiten. Auch über Migranten aus Zentralasien hat er geschrieben, er spricht deren Sprachen. Zu Zehntausenden arbeiten sie in Russland - etwa auf Baustellen, als Taxifahrer oder in den Küchen der Restaurants, vor allem in Sankt Petersburg und Moskau.

bsc/dpa



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