Nach 40 Jahren Alice Cooper findet Warhol-Gemälde wieder

Der Siebdruck war eingelagert: Der Rockmusiker Alice Cooper kaufte vor 40 Jahren ein Bild von Andy Warhol - und vergaß es dann.

Alice Cooper
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Warum passiert uns das nie? Der US-Rockstar Alice Cooper hat in einem Lager ein Bild von Andy Warhol wiedergefunden, das mehrere Millionen Dollar wert sein könnte. Zuvor hatte er es 40 Jahre lang vergessen.

Wie verschiedene Medien berichten, handelt es sich um den roten Siebdruck eines elektrischen Stuhls aus Warhols "Death and Disaster"-Serie. Cooper lagerte das zusammengerollte Werk gemeinsam mit einem elektrischen Stuhl, den er in den Siebzigern für seine Bühnenshow nutzte.

Laut Coopers Manager Shep Gordon lernten sich Cooper und Warhol Anfang der Siebziger in New York kennen. Coopers damalige Freundin Cindy Lang habe die Idee gehabt, das Bild zu kaufen. "Wie ich mich erinnere, wollte sie von mir 2500 Dollar für das Gemälde haben", sagte Gordon dem "Guardian".

Cooper, dessen Leben in den Siebzigern von Erfolg und Drogenentzug gleichermaßen geprägt war, erinnere sich laut Gordon ebenfalls an ein Gespräch mit Warhol über das Gemälde. "Er denkt, dass diese Konversation stattgefunden hat, aber er kann es nicht beschwören." Er selbst habe sich vor einigen Jahren durch ein Gespräch mit einer Kunsthändlerin an den Kauf erinnert.

Im November 2015 war eine grüne Variante von Warhols Stuhl-Druck für 11,6 Millionen Dollar bei Christie's versteigert worden. Dass Alice Coopers Fund so viel Geld einbringen könnte, gilt jedoch als unwahrscheinlich, da das Werk nicht signiert ist.

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insgesamt 7 Beiträge
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Ch. Demian 25.07.2017
1. Das Wesentliche am Sieb...
Das Wesentliche am Siebdruck ist, dass es kein Gemälde ist. Es ist vielleicht etwas kleinlich auf diesen Unterschied zu bestehen, aber ausgerechnet bei Andy Warhol ist es ein grundlegender Punkt, dass wir es mit seriell verfielfältigter Kunst haben. Obwohl der Originalartikel im Gurardian auch das Wort Painting verwendet, ist es kein Gemälde sondern eine Druckgraphik - im Guardian ist "painting" Teil eines Zitats und dem Besitzer können wir wohl nachsehen, dass er es nicht unterscheiden kann. Aber hier, im Spiegel, wollen wir doch auf Korrektheit bauen, nicht.
susuki 25.07.2017
2.
In der Regel enstehen von einem manuel oder fotografisch erstellten Sieb diverse Abzüge mittels durchrakeln von Farbe. Diese werden vom Künstler signiert und das Sieb wird zerstört. Die vor (Versuche zu Farbmischungen) und nach der Serie, (Fehldrucke, missglückte Unterschriften) erzeugten Exemplare sollten gewissenhaft zerstört werden um den Wert der Serie nicht zu beeinträchtigen. Ich glaube kaum, das Wahrhol ein unsigniertes Exemplar einer Serie an Alice Cooper verkauft hat. Vielmehr wird ein rumliegendes Exemplar der initialen Farbversuche den Weg in seinen Besitz gefunden haben. Aufgrund des covfefe und des prominenten Vorbesitzer wird es aber einen Käufer finden.
SirWolfALot 25.07.2017
3.
Es bringt weniger Geld weil es nicht signiert ist. Und was ist der Mehrwert, dass dieses Gemälde Alice Cooper gehört?
Ch. Demian 25.07.2017
4. covfefe vs. Sachkenntnis
Zitat von susukiIn der Regel enstehen von einem manuel oder fotografisch erstellten Sieb diverse Abzüge mittels durchrakeln von Farbe. Diese werden vom Künstler signiert und das Sieb wird zerstört. Die vor (Versuche zu Farbmischungen) und nach der Serie, (Fehldrucke, missglückte Unterschriften) erzeugten Exemplare sollten gewissenhaft zerstört werden um den Wert der Serie nicht zu beeinträchtigen. Ich glaube kaum, das Wahrhol ein unsigniertes Exemplar einer Serie an Alice Cooper verkauft hat. Vielmehr wird ein rumliegendes Exemplar der initialen Farbversuche den Weg in seinen Besitz gefunden haben. Aufgrund des covfefe und des prominenten Vorbesitzer wird es aber einen Käufer finden.
Nun, ja, es kööönte durchaus ein Exemplar einer Originalserie sein - so unwahrscheinlich es sein mag; Kürzlich ist eines "in Gelb" für relativ viel Geld versteigert worden (bei Sotheby's, normalerweise erreichen sie mehrere Mio. $). Allerdings war es eines von der Handvoll der großen (Big Electric Chari-Serie, sprich 190 x 140 cm) auf Leinwand "gesiebten" Bilder. Zugleich steht in dem Guardian-Artikel, dass der Besitzer es in einer Rolle wiederfand. Die eigentlichen, originären Serigraphien sind wie gesagt auf Keilrahmen gezogen, so dass tatsächlich Zweifel anebracht sind, ob es ein genuines Werk, oder - vorsichtig gesagt - seinerzeitige Nebenverwertung war. Ein kleiner (80 x 120 cm) Abzug auf Papier - und sowas wird Cooper wohl gefunden haben - gibt es für knapp 10.000 $. Ein wenig Sorgfalt täte allen Aufgewühlten tatsächlich gut. Weniger covfefe bitte - mehr Sachkenntnis...
Knossos 26.07.2017
5. Symbol rationalen Status quo
Ob Papier oder Leinwand, Druck oder beschmiertes Photo. So oder so, an der Garderobe abgegebener Verstand. Warhol war kaum so sehr Künstler wie meine Großmutter. Die konnte immerhin noch Ikebana. Wo sich so ein Werk auf dem Dachboden auftut, hat man meine Uhr aus dem Kaugummiautomaten noch nicht gesehen. Wer sich für das Aufstellen Warhols als Künstler ohne Können und ohne Idee sowie "Intellektuellem" -dem geheißen war, zur Wahrung des Scheins den Mund zu halten- interessiert, findet dazu Information im SPIEGEL-Archiv. Wer sich zur Kampagne informieren möchte, wie "Moderne Kunst" im Kalten Krieg als betont wahlloses Gegenkonzept zum Sowjetrealismus angeworfen und hierzu gezielt Ungelenke weder Stift, Pinsels noch Meisels mächtiger, mit phantastischen Summen frei Haus überhäuft wurden, kann mit diesem Artikel der NYT beginnen: http://web2.uwindsor.ca/flipside/vol3/mar00/00mr29b.htm Ein Erbe des Dilettantismus, das bis heute den Markt bestimmt und Könner in die Dachkammer von Spitzwegs armen Poeten verbannt. Mit Verlaub: gequirlte Gülle .... und Symbol des rationalen Status quo.
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