"Am Boden zerstört" NRW-Regionalausgabe der "taz" wird eingestellt

Morgen wird die letzte Regionalausgabe der "taz" in Nordrhein-Westfalen erscheinen - dann wird sie eingestellt. Auch eine Rettungskampagne konnte nicht mehr helfen.


Berlin/Düsseldorf - Lediglich in "rudimentärer Form" werde die Regionalausgabe der "taz" ("Die Tageszeitung") in Nordrhein-Westfalen am morgigen Mittwoch erscheinen. Dann wird sie eingestellt. Das teilte heute der Leiter der NRW-Redaktion, Christoph Schurian, mit. Der Zeitung war es nicht gelungen, im Rahmen einer Rettungskampagne 1000 neue Abonnenten zu werben.

Der "taz"-Vorstand hatte daraufhin am Montag in Berlin entschieden, die NRW-Ausgabe zum 31. August einzustellen. Am Dienstag war das 17-köpfige Redaktionsteam von Vertretern des Vorstands, der Geschäftsführung und der Chefredaktion über den Schritt informiert worden. Die Redaktion habe daraufhin angeboten, noch bis September weiterzuarbeiten und weitere Abonnenten zu werben. Da diese Fristverlängerung jedoch abgelehnt wurde, habe man sich entschlossen, die Arbeit sofort einzustellen, erklärte Schurian.

Man sei "am Boden zerstört" und enttäuscht, dass die Frist bis September nicht gewährt worden sei, hieß es. Der Redaktion ist es nach Angaben von Schurian gelungen, rund 820 der 1000 geforderten Abonnements abzuschließen. Die "taz"-Leitung zweifelt diese Zahlen allerdings an und hatte der NRW-Redaktion aufgrund eigener Berechnung lediglich 400 Abos gutgeschrieben.

Die "taz"-Führung bedauerte den Schritt. "Publizistisch sehen wir immer noch Bedarf für ein alternatives Medium im größten Bundesland, aber unser finanzieller Atem hat einfach nicht gereicht", erklärte "taz"-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch. Mit den Mitarbeitern der NRW-Ausgabe sollten nun Verhandlungen über einen Sozialplan aufgenommen werden.

hoc/ddp



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