Regie-Instanz Andreas Dresen wird Laienverfassungsrichter

Vom Regiesessel auf den Richterstuhl: Autorenfilmer Andreas Dresen ("Halt auf freier Strecke") soll auf Vorschlag der Linken Laienrichter am Brandenburger Verfassungsgericht werden.

Andreas Dresen, hier im November 2011: Will als Richter seinem Instinkt folgen
dapd

Andreas Dresen, hier im November 2011: Will als Richter seinem Instinkt folgen


Hamburg/Potsdam - In seinen Filmen thematisiert Andreas Dresen die großen Themen der Gegenwart: Gewalt ("Die Polizistin"), prekäre Arbeitsverhältnisse ("Halbe Treppe") und Kommunalpolitik ("Herr Wichmann aus der dritten Reihe"). Der 49-Jährige ist zweifellos einer der wichtigsten deutschen Regisseure mit politischem Bewusstsein. Jetzt soll er auf Vorschlag der Partei Die Linke Laienrichter am Brandenburger Verfassungsgericht werden.

"Ich bin kein Jurist, ich bin Regisseur und das will ich auch bleiben", sagte Dresen am Dienstag in einer Fraktionssitzung der Linkspartei. "Aber ich denke, dass ich eine andere Sichtweise einbringen kann und das ist ja auch Sinn der Sache." Er werde versuchen, seinem eigenen Instinkt und seiner inneren Stimme bei einer Entscheidungsfindung zu folgen.

Die Linke hat ein Vorschlagsrecht für einen Laienrichter am Brandenburger Verfassungsgericht. Das Parlament muss diesem Vorschlag mit einer Zweidrittelmehrheit zustimmen. Die erste von der Partei favorisierte Kandidatin, die Schriftstellerin Julia Schoch, hatte ihre Bewerbung wegen mangelnder Unterstützung wieder zurückgezogen. Dresen gilt indes als sicherer Kandidat.

cbu/dapd



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