London - Der frühere Pressesprecher des britischen Premiers David Cameron muss sich vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft in London mitteilte, wird er im Zusammenhang mit den Hacking-Angriffen auf Telefone von Prominenten und Politikern angeklagt.
Coulson war von 2003 bis 2007 Chefredakteur des britischen Skandalblatts "News of the World". Sein Rücktritt erfolgte, nachdem ein Reporter und ein Privatdetektiv wegen Abhörens von Telefonanrufbeantwortern von Mitgliedern der britischen Königsfamilie verurteilt worden waren. Während seiner Zeit als Chefredakteur sollen seine Journalisten etliche Telefone abgehört und Polizisten bestochen haben. Kurz nach seiner Ablösung als Chefredakteur engagierte ihn Cameron als Pressechef.
Insgesamt werden acht ehemalige Mitarbeiter des Murdoch-Konzerns angeklagt, die eine Rolle im Abhörskandal gespielt haben sollen. Darunter ist auch Rebekah Brooks, die frühere Chefredakteurin der britischen Boulevardzeitung "Sun". Sie muss sich bereits mit fünf weiteren Verdächtigen wegen Behinderung der Justiz vor Gericht verantworten. Auch gegen Coulson läuft bereits ein Verfahren wegen Falschaussage - er hatte behauptet, nichts von den Abhörpraktiken gewusst zu haben.
Brooks war Coulsons Vorgängerin bei "News of the World", von 2000 bis 2003 stand sie der mittlerweile eingestellten Zeitung als Chefredakteurin vor. Aus dieser Zeit stammen die ersten Erkenntnisse über illegales Abhören von Mailboxen. Von 2009 bis 2011 war sie Chefin der britischen Zeitungsholding von Medienmogul Murdoch, News International, zu der alle britischen Zeitungen des US-Unternehmers Rupert Murdoch gehören, darunter auch "Times" und "Sunday Times". Nach Bekanntwerden des Abhörskandals war Brooks von allen Positionen zurückgetreten.
usp/Reuters/AFP
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