Angeschlagene Nachrichtenagentur: dapd stellt erneut Insolvenzantrag
Die Rettung der Nachrichtenagentur dapd scheint wieder in weite Ferne zu rücken: Wie das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bestätigt, hat auch der neue Geschäftsführer Insolvenz angemeldet. Offenbar sind versprochene Investoren-Gelder bisher nicht geflossen.
Berlin - Die angeschlagene Nachrichtenagentur dapd hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Es liege ein entsprechender Antrag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg vor, sagte ein Justizsprecher am Freitag. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.
Wie der Branchendienst newsroom.de. berichtet, soll es der neue Geschäftsführer Ulrich Ende nicht geschafft haben, die von seinen Mitinvestoren zugesicherten vier Millionen Euro einzusammeln.
dadp hatte im Oktober 2012 Insolvenz angemeldet. Im Zuge des ersten Insolvenzverfahrens wurden rund hundert der bis dahin fast 300 Mitarbeiter entlassen. Mehrere Kunden kündigten ihre Verträge. Im Dezember hatte dann der frühere N24-Chef Ende erklärt, er wolle die Agentur mit weiteren Partnern übernehmen. Das Konsortium sei bereit, einen siebenstelligen Betrag als neues Eigenkapital zur Verfügung zu stellen.
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagierte bereits auf erste Meldungen vom möglichen Insolvenzantrag: "Wenn die Berichte stimmen, dann ist das ein erneuter Schlag ins Gesicht für die Mitarbeiter. Nach Monaten der Unsicherheit haben sie nun endlich wieder daran geglaubt, eine Perspektive zu haben."
Der DJV forderte die Investoren auf, nun schnellstmöglich die zugesagten Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die Agentur, die am 1. Februar erst ihren Betrieb aufgenommen hat, nicht nach einem Monat schon wieder abgewickelt werden muss.
hpi/afp
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