Britischer Starkünstler Anish Kapoor verklagt US-Waffenvereinigung

Er fühlt sich "extrem belastet": In einem Propaganda-Clip der NRA ist ein Kunstwerk von Anish Kapoor zu sehen. Der Künstler will das nicht länger hinnehmen.

Anish Kapoor
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Anish Kapoor


Der indisch-britische Künstler Anish Kapoor zieht gegen die amerikanische Waffenlobby vor Gericht. Er verklagt die NRA (National Rifle Association) auf Schadenersatz, weil sie sein Kunstwerk "Cloud Gate" in einem ihrer Videos zeigt. Kapoor fordert 150.000 Dollar pro Urheberrechtsverletzung. Die Zahl der Verstöße soll von einem Richter festgelegt werden.

Der 64-Jährige sei "schockiert und entsetzt" gewesen, als er seine Arbeit in dem vor einem Jahr veröffentlichten Video entdeckte, heißt es in einer Klageschrift aus Chicago. Die NRA habe seine Skulptur trotz mehrfacher Aufforderungen Kapoors nicht aus dem Clip entfernt.

Die NRA veröffentlichte das rund einminütige Video im Juli 2017. Es entstand als Reaktion auf Proteste gegen die Waffenlobby und erweckt den Eindruck gewaltsamer Ausschreitungen. Dazu ist die aggressive Stimme der Pressesprecherin der NRA, Dana Loesch, zu hören, die sagt: "Der einzige Weg, unser Land und unsere Freiheit zu retten, ist der Kampf gegen diese Gewalt aus Lügen mit einer geballten Faust der Wahrheit."

Neben "Cloud Gate" sind in dem Film auch die Disney Concert Hall von Architekt Frank Gehry in Los Angeles und Renzo Pianos Gebäude der " New York Times" zu sehen.

Anish Kapoor zählt zu den angesehensten Künstlern der Gegenwart. Unter anderem schuf er Monumentalskulpturen und einen Altarstein für die Dresdner Frauenkirche. Er wurde mit dem renommierten Turner-Preis ausgezeichnet und von der Queen zum Ritter geschlagen.

Video: Kill Zone USA - Eine waffenverrückte Nation

Studio Hamburg/NDR

kae/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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Leser161 21.06.2018
1. Sprache als Waffe
Ich unterstützde den Wunsch des Künstlers. Wenn er mmit der NRA nicht konform geht, sollten seine Kunstwerke auch nicht in deren Publikationen aftauchen. Aprospos, die Publikationen einer Organisation die auf dem Boden des Gesetzes steht als Propaganda zu bezeichnen ist kein guter Stil. Man kann anderer Meinung sein, deshalb sollte man trotzdem keine herabsetzenden Wörter benutzen.
aurichter 21.06.2018
2. Bravo Herr Kapoor
und wo bleiben die anderen aus dem Artikel? Wenn Herr Kapoor jetzt noch einen Schritt weiter geht und die ebenfalls betroffenen Protagonisten dazu verleiten könnte die National Rambo Orkusation zu verklagen, dann würde es für noch mehr Aufsehen sorgen. Die geforderten Summen sind m.E. auch deutlich zu niedrig angesetzt. Eine bzw zwei Nullen fehlen da schon um diese "Jauchegrube" mit den Worten einer Haley nachhaltig zu schaden.
Hirschkuh 48 22.06.2018
3. Die Skupltur steht im öffentlichen Raum ...
was gibt es also zu monieren? Das Kunstwerk an sich wurde ja nicht beschädigt oder verändert. Ich bin sicher der Eiffelturm ist auch auf Bildern zu sehen, mit deren Zusammenhang der Erbauer nicht einverstanden sein könnte.
siryanow 28.07.2018
4. Nra
Es wäre interessant von Soziologen, Psychologen ect zu erfahren , was es mit einem Volk macht , in dem jeder oder eine große Mehrheit sich bewaffnen will. Das für die NRA nur der „big deal“ zählt und tote Kinder, Schüler und Studenten der NRA egal sind , ist teuflisch. Jadoch nur das Volk kann das aendern und diese NRA-Leute zur Hoelle schicken.
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