Reaktionen auf den Tod von Anja Niedringhaus "Wir haben in der Redaktion gesessen und geweint"

Das Attentat auf die renommierte Fotografin Anja Niedringhaus erschüttert Freunde und Kollegen. Bundespräsident Joachim Gauck würdigt ihr Schaffen. Die Reaktionen im Überblick.

Fotografin Niedringhaus (Archivbild 2008): "Ihr Lachen nie vergessen"
DPA

Fotografin Niedringhaus (Archivbild 2008): "Ihr Lachen nie vergessen"


Bundespräsident Joachim Gauck:

"Journalisten in Kriegs- und Krisenregionen berichten von Not, Elend und Gewalt. Ohne ihre Arbeit, ihren Mut und ihr Engagement wäre unser Bild von der Welt unvollständig. Mit dem Tod von Anja Niedringhaus hat die Welt eine bedeutende 'Augen-Zeugin' verloren. (...) Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Angehörigen und Freunden von Anja Niedringhaus und bei ihrer verletzten Kollegin."


Kathleen Carroll, AP-Chefredakteurin:

"Anja war eine lebhafte, dynamische Journalistin, die wir alle wegen ihrer einfühlsamen Aufnahmen, ihrer Warmherzigkeit und ihrer Liebe zum Leben sehr mochten (...) Anjas Tod ist ein entsetzlicher Verlust für die AP-Familie und für die zahlreichen Menschen in aller Welt, die sie kannten und liebten. Viel ist bereits gesagt worden über Anjas freudvolles Wesen und ihr erstaunliches Lachen. Sie war zauberhaft. Die Leute wollten in ihrer Nähe sein. Sie machte alles fröhlicher, witziger, lebendiger. Was nicht heißt, dass sie keine ernste Seite hatte. Wehe, man war etwas nachlässig oder zu spät oder gab nicht 110 Prozent. Dann brachte sie dich sofort wieder in die Spur - nur um dich 15 Minuten später wieder zum Lachen bringen."


Hendrik Zörner, Pressesprecher des Deutschen Journalisten-Verbands:

"Wir sind bestürzt über den grauenhaften Mord an einer Kollegin. Ihr Tod ist leider ein weiteres Glied in einer blutigen Kette und ein schwerer Schlag für die Pressefreiheit. Wir raten immer wieder dazu, dass nur Journalisten in Krisengebiete reisen, die Erfahrung mit dem Land und der Situation haben. Bei Frau Niedringhaus war das der Fall. Sie galt als äußerst erfahren und umsichtig."


Jörg Buschmann, "Süddeutsche Zeitung":

"Ich bin erschüttert. Frau Niedringhaus hat diese Gegenden lange bereist. Sie war keine von denen, die hinfahren, ein paar Bilder machen und schnell wieder abhauen. Sie hat nicht einfach Kriegsfotos gemacht, sondern sie hat eine wirkliche Beziehung zu den Motiven und dem Land entwickelt."


Ellen Dietrich, Bildchefin der "Zeit":

"Frau Niedringhaus ist die beste Krisengebiets-Fotografin, die ich je erlebt habe. Sie ist dorthin gereist, wo sich wenige hingewagt haben, und das als Frau. Sie hat dort Bilder gemacht, wo wirklich schlimme Dinge passiert sind. Immer nah an den leidenden Menschen. Wir haben hier in der Redaktion gesessen und geweint."


Gary Pruitt, AP-Chef:

"Diejenigen von euch, die mit Anja gearbeitet haben, wissen, wie inspiriert, unerschrocken und furchtlos sie war, mit einem lärmenden Lachen, das wir nie vergessen werden", schreibt Pruitt in einem Memo an die AP-Mitarbeiter. "Anja ist die 32. AP-Mitarbeiterin, die seit Gründung der Agentur 1846 ihr Leben für den Nachrichtenjournalismus gelassen hat. Die Krisenherde auf der Welt vergrößern sich, der Journalismus wird immer gefährlicher."


John-Thor Dahlburg, AP-Redakteur in Brüssel:

Tweet: "Terrible day for AP and journalism overall"


Christian Röwekamp, Pressesprecher der Nachrichtenagentur dpa:

"Der gewaltsame Tod der AP-Fotografin Anja Niedringhaus in Afghanistan ist bei der Nachrichtenagentur dpa heute mit großer Trauer aufgenommen worden. Viele dpa-Beschäftigte kannten die Kollegin und ihre Arbeit sehr gut und schätzten sie in höchstem Maße. Als Fotografin erst für die European Pressphoto Agency und später für Associated Press hat Anja Niedringhaus auch unsere Kunden jahrelang mit vielen ausgezeichneten Fotos aus Kriegs- und Krisengebieten, aber auch von großen Sportereignissen versorgt. Wir haben sie als überaus engagierte Journalistin erlebt, ihr Tod erfüllt uns mit Entsetzen."


Edward Wong, "New York Times"-Korrespondent in China:

Tweet: "The attack on AP's Anja Niedringhaus and Kathy Gannon in Afghanistan is horrific. Both brave journalists."


Jon Williams, ABC-Redakteur:

Tweet: "Devastated to learn of Khost attacks on two of best journalists covering #Afghanistan. Both at top of game. Thoughts with friends in Kabul."


David Beard, "Washington Post":

Tweet: "Heartbreaking"

Fotostrecke

30  Bilder
Beruf Kriegsreporterin: Anja Niedringhaus und ihre Bilder

eba/aar/fab



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