Anne Frank Das Schildkraut-Archiv wird versteigert

Er verkörperte zweimal ihren Vater und legte ein umfassendes Archiv zu ihr an: Die Person Anne Frank hat den Schauspieler Joseph Schildkraut nicht losgelassen. Jetzt kommt seine Sammlung in New York unter den Hammer.

Edith und Otto Frank mit den Kindern Anne und Margot: Foto aus glücklichen Tagen
DPA/ Anne Frank Fonds Basel

Edith und Otto Frank mit den Kindern Anne und Margot: Foto aus glücklichen Tagen


Hamburg/New York - Briefe, Dokumente und Fotos - rund 100 Einzelstücke aus der Sammlung Joseph Schildkrauts sollen am 5. November veräußert werden. Die "New York Times" berichtete darüber am Dienstag, jetzt bestätigte das zuständige Auktionshaus Doyle die anstehende Versteigerung.

Der Schauspieler Schildkraut hatte in zwei Filmen die Rolle von Otto Frank gespielt und das Archiv über Jahrzehnte zusammengestellt, vieles stammt aus dem Besitz des Vaters. Es enthält unter anderem einen Brief von Otto Frank an die Tochter. Der Wert der Sammlung wird vom Auktionshaus auf bis zu 30.000 Dollar (etwa 24.000 Euro) geschätzt.

Die Jüdin Anne Frank hatte sich als Jugendliche während der NS-Zeit mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam versteckt. 1944 wurden sie entdeckt. Sie wurde in das Vernichtungslager Auschwitz, später in das Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht. Anne Frank starb im März 1945 während einer Typhus-Epidemie.

Als einziges Familienmitglied überlebte ihr Vater Otto Frank den Holocaust und veröffentlichte später das Tagebuch seiner Tochter, das als historisches Dokument weltberühmt und zur Pflichtlektüre an vielen Schulen wurde. Dafür wurde Otto Frank gefeiert, freuen konnte er sich jedoch nicht. Seine Rolle hinterfragte Frank immer wieder selbstkritisch. In einem Brief an den Schauspieler und Vertrauten Schildkraut schrieb er: "Mein Schicksal während der Zeit im Versteck und danach war im Vergleich zu dem meiner Leidensgenossen privilegiert."

cbu/dpa

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