Antwort auf Götz George Soapstars wehren sich gegen "Knalltüten"-Vergleich

Götz George hatte kürzlich gegen Köche, Friseure und Telenoveladarsteller im deutschen Fernsehen gewettert. Die Besetzung der ZDF-Telenovela "Wege zum Glück" hat dem Charaktermimen einen offenen Brief geschickt und fordert mehr Respekt für die Helden der täglichen Soap.


Hamburg - Götz George will sich nicht mit jedem den roten Teppich teilen. Das hatte der streitbare Charaktermime, 68, vor kurzem in einem Interview mit der TV-Zeitschrift "Gong" mehr als deutlich gemacht: "Wenn man zu einem Event eingeladen wird, steht man plötzlich neben Friseuren, Köchen und Telenovela-Sternen und anderen Knalltüten."

Schauspieler George: Verärgerte mit Knalltüten-Vergleich Köche und Telenovela-Darsteller
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Schauspieler George: Verärgerte mit Knalltüten-Vergleich Köche und Telenovela-Darsteller

Mit seinem Knalltüten-Vergleich trat George der Besetzung der ZDF-Telenovela "Wege zum Glück" offenbar zu nahe. Das Ensemble stellte heute in einem offenen Brief an den Schimanski-Darsteller klar: "Wir haben alle unser Schauspielerhandwerk gelernt." Zudem mache der Job Spaß. "Wir und ein Team von rund 150 Menschen freuen uns über die schöne, wenn auch anstrengende Arbeit, die sich täglich etwa zweieinhalb Millionen Menschen anschauen."

Offenbar wisse George nicht, was auf dem Set von "Wege zum Glück" täglich geleistet werde, heißt es weiter in dem Schreiben. Schließlich werde jeden Tag "ein Kapitel von 42 Minuten" hergestellt. "Das erfordert vor allem viel Disziplin und Professionalität." Davon könne sich George jederzeit selbst überzeugen. Nach Angaben eines ZDF-Sprechers wurde George eingeladen, sich die Dreharbeiten am Set einmal anzuschauen.

Die Telenovela-Stars sind nicht die einzigen, die den Knalltüten-Vergleich nicht einfach so auf sich sitzen lassen wollen. Fernseh-Koch Johann Lafer sagte der "Bild"-Zeitung: "Was Götz George sagt, ist eine Beleidigung für uns Köche. Wir haben einen erlernten Beruf und können über das Medium Fernsehen erreichen, dass sich die Leute gesund ernähren und wieder Spaß am Kochen zu Hause haben." Sein Kollege Horst Lichter stellte klar: "Auch Köche sind Künstler, weil wir tagtäglich kreativ sind." TV-Koch Tim Mälzer sagte der "Bild": "Wenn ich gefeiert werde, weil ich als Koch einen 14-Stunden-Tag habe und etwas leiste, dann soll mir keiner an den Karren pinkeln."

Götz George ist am Sonntag mit "Tod in der Siedlung" erneut als "Tatort"-Kommissar Horst Schimanski zu sehen. Es ist das 25-jährige Dienstjubiläum des rüpelhaften Ermittlers aus Duisburg.

mzs/dpa



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