Pressefreiheit ARD-Fernsehteam in China attackiert

In der chinesischen Provinz Hebei haben Unbekannte versucht, ein Kamerateam der ARD von der Straße abzudrängen. Die Korrespondentin Christine Adelhardt berichtet von Schlägern, die den Wagen des Teams angegriffen haben.

DPA/ NDR

Hamburg/Peking - Ein ARD-Kamerateam ist im Norden Chinas von Schlägern attackiert worden. Die Angreifer hätten sogar versucht, das Auto der Journalisten von der Straße abzudrängen, berichtete die ARD-Korrespondentin Christine Adelhardt am Freitag. Die Männer hätten die Windschutzscheibe des Wagens zerschlagen.

Der Angriff sei am Mittwoch in der Provinz Hebei geschehen. Die Journalisten hätten im Dorf Da Yan Ge Zhuang zum Thema Verstädterung recherchiert. "Nachdem wir Außenaufnahmen von alten und neuen Häusern im Dorf gemacht hatten, wurde das Team von mehreren Autos verfolgt", berichtete Adelhardt.

Die Verfolger hätten die Journalisten zum Halten gezwungen. Mehrere Männer hätten das Auto umstellt und versucht, die Türen zu öffnen. "Sie schlugen zuerst mit den Fäusten gegen die Autofenster", berichtete Adelhardt. "Es ist uns gelungen zu entkommen, aber bei der Verfolgungsjagd haben sie absichtlich unser Auto gerammt." Die Schläger hätten das ARD-Team erneut zum Halten gezwungen und die Windschutzscheibe mit Baseballschlägern zerschlagen.

Die Journalisten hätten erneut starten können, seien aber weiter verfolgt worden. Sie hätten erst angehalten, um Verkehrspolizisten um Hilfe zu bitten. "Die Angreifer schlugen weiter auf das Auto ein. Es kamen noch mehr Polizisten, und sie stoppten die Angreifer." Die Polizei brachte die Journalisten demnach auf eine Wache der Stadt Sanhe. Dort hätten sie 16 Stunden warten müssen. Die Polizei erklärte, sie ermittle in dem Fall.

Der Verband der Auslandsjournalisten in Peking zeigte sich schockiert über den "brutalen Angriff auf ein deutsches Fernsehteam durch Schläger, die vermutlich mit Lokalbehörden verbunden sind". Die Polizei äußerte sich nicht zu den Tätern.

jud/dpa

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insgesamt 93 Beiträge
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Seite 1
qawsed 01.03.2013
1. Herr Außenminister ...
... jetzt sind Sie gefragt! Brutales Verhalten gegen Journalisten und kritische Bürger ist in China an der Tagesordnung. Jetzt hätte Westerwelle einen Grund, sich zu melden!
Beobachter123 01.03.2013
2. Geschichte hat zwei Seiten.
Wer weiß welche Gefühle und Traditionen die Herren Journalisten vorher verletzt haben. Manchmal muss man halt auch als Journalist die Konsequenzen für sein Handeln tragen.
gsm900 01.03.2013
3. Also sprach der lupenreine Demokrat
Zitat von Beobachter123Wer weiß welche Gefühle und Traditionen die Herren Journalisten vorher verletzt haben. Manchmal muss man halt auch als Journalist die Konsequenzen für sein Handeln tragen.
Ich habe ein Herz für Spätmaoisten.
markus_wienken 01.03.2013
4. .
Zitat von Beobachter123Wer weiß welche Gefühle und Traditionen die Herren Journalisten vorher verletzt haben. Manchmal muss man halt auch als Journalist die Konsequenzen für sein Handeln tragen.
Selbst wenn es stimmen sollte, was ich doch sehr stark bezweifel...soll das tatsächlich eine Rechtfertigung für massive körperliche Gewalt sein? Kopfschüttel.
Marellon 01.03.2013
5. Immer selber schuld...
Zitat von Beobachter123Wer weiß welche Gefühle und Traditionen die Herren Journalisten vorher verletzt haben. Manchmal muss man halt auch als Journalist die Konsequenzen für sein Handeln tragen.
Aha, der Herr meint, man sei selbst schuld, wenn man verprügelt, bedroht, in seiner Freheit eingeschränkt, genötigt wird... Interessant. Ihr Rechtsverständnis passt nach Rotchina. Und in die letzte deutsche Staatsform, die untergegangene.
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