ARD Scientologe Rampelmann darf weiter in der "Lindenstraße" spielen

"Lindenstraße"-Schauspieler Franz Rampelmann hat sich als Anhänger der umstrittenen Scientology-Sekte geoutet. Einen Rausschmiss aus der ARD-Serie hat er aber nicht zu befürchten.


Köln - So wie Tom Cruise wird es Franz Rampelmann, der seit Folge 387 der ARD-Serie "Lindenstraße" den bärbeißigen Grill-Imbiss-Besitzer Olaf Kling spielt, wohl nicht gehen. Dem Hollywoodstar und bekennenden Scientology-Anhänger hatten die US-Filmstudios Paramount erst vergangene Woche unter anderem wegen seiner aggressiven Werbung für die umstrittene Sekte die Zusammenarbeit aufgekündigt. Beim Fernsehsender WDR, der die Serie verantwortet, ist man von Gesetz wegen zurückhaltender.

"Lindenstraße"-Darsteller Rampelmann: Begeisterter Scientology-Anhänger
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"Lindenstraße"-Darsteller Rampelmann: Begeisterter Scientology-Anhänger

"Lindenstraße"-Sprecher Wolfram Lotze sagte zu SPIEGEL ONLINE: "Wir leben in einer Demokratie. Was Herr Rampelmann in seinem Privatleben macht, geht uns nichts an." Der Schauspieler sei in Bezug auf die Sekte nie auffällig geworden und habe im Umfeld der "Lindenstraße" nie über Scientology gesprochen, noch habe er für sie Werbung gemacht. Arbeitsrechtlich sei ihm deshalb nichts vorzuwerfen. Lotze: "Eine andere Geschichte wäre es, wenn Scientology eine verbotene Organisation wäre." Einen vergleichbaren Fall habe es bisher nicht gegeben.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" hatte am Wochenende in einem Bericht über die Sekte auch die Zugehörigkeit Rampelmanns zu Scientology enthüllt. Demnach habe der oberbayerische Schauspieler gesagt: "Ich bin seit fünf Jahren begeisterter Scientologe und finde das klasse." Durch die Auditings sei er "im Umgang mit Mitmenschen, besonders mit meiner Lebensgefährtin, flexibler und liebevoller geworden".

In Deutschland wird die Organisation seit 1997 vom Verfassungsschutz beobachtet. Nach dessen Angaben stagniert die Zahl ihrer deutschen Mitglieder seit Jahren bei fünf- bis sechstausend. Scientology selbst spricht von 12.500 Mitgliedern hierzulande. Von Gerichten wurden die Sekte und ihre manipulativen Methoden als "menschenverachtend" bewertet.

hoc



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