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Bator, Brauner, Hofer: Die Lautsprecher der ARD-"Tagesschau"

Lügner! Heuchler! Zwischen dem Ex-"Tagesschau"-Sprecher Marc Bator und Jan Hofer, dem amtierenden Chefsprecher der ARD-Nachrichtensendung, ist ein absurder Streit entbrannt, den sie öffentlich austragen. Das ist nicht nur ihrem Vorgänger peinlich.

"Tagesschau"-Streit: Und jetzt zu den Zicken Fotos
ARD

Der Ärger fing damit an, dass der Marc auf den Jan geschimpft hat, weil der Jan - und das Team vom Jan, in dem der Marc früher auch mitgespielt hat - den Marc angeblich bei dessen letzten Auftritt nicht mehr so richtig ranlassen wollte. Der Marc spinnt ja, das stimmt doch gar nicht, muss sich der Jan da wohl gedacht haben. Deswegen hat der Jan den Marc als Lügner beschimpft. Selber Lügner - und Heuchler, blökte der Marc zurück in Richtung Jan. Und als dann auch noch der Jo dazu kam und dem Marc und dem Jan eine pfefferte, ging's erst richtig los.

Was sich liest wie die Vorgeschichte zu einer Keilerei unter Sandkastenkindern ist in Wahrheit der auf seine Essenz runtergekochte Zoff zwischen drei prominenten Nachrichtensprechern, die im Dienste der ARD-"Tagesschau" stehen oder standen.

Marc Bator, 40, ist Ende April von der ARD zu Sat.1 gewechselt. In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" hat er sich darüber beklagt, dass ihm kein ordentlicher Abgang gewährt worden sei - er habe sich nicht selbst von seinen Zuschauern verabschieden können.

Jan Hofer, 61, Chefsprecher des ARD-Nachrichtenflaggschiffs, redete daraufhin mit "Closer", einem Klatschblatt, das eher für einen "Tagesschau"-untypischen Journalismus steht. Hofer sagte, die Version von Bator sei "wissentlich falsch, also eine Lüge". Tatsächlich habe "Tagesthemen"-Frau Caren Miosga ihren ziehenden Kollegen Bator doch wunderbar verabschiedet, und der sei ja nun wirklich selbst schuld, "dabei keinen vernünftigen Satz rausgebracht" zu haben.

"Ich bin doch kein Idiot"

Dies wiederum veranlasste Bator jetzt dazu, mit der "Bild" zu sprechen. In dem Interview sagte er, er sei "angewiesen worden, auf Wunsch des Senders jegliche Abschiedsworte zu unterlassen". Wenn Hofer etwas anderes behaupte, sei er "der Lügner, nicht ich". Zudem sei Hofer ein Heuchler, denn er habe ihm, Bator, erst zum Senderwechsel gratuliert - "und jetzt tritt er fies nach". Gegenüber der "Hamburger Morgenpost" stellte Bator zudem mal ganz grundsätzlich fest: "Ich bin doch kein Idiot."

Mittlerweile hat sich auch Jo Brauner, 75, eingeschaltet, der ehemalige Chefsprecher der "Tagesschau" - und zwar ebenfalls via Interview, in seinem Fall mit der TV-Programm-Postille "Auf einen Blick". Die beiden Herren mögen sich endlich vertragen, solche "Streitigkeiten gehören nicht in die Öffentlichkeit", barmte Brauner. Und fügte, offenbar in tiefer Sorge, hinzu: "Wenn schmutzige Wäsche gewaschen wird, bleibt immer auch etwas an der 'Tagesschau' hängen."

Womöglich fürchtet das auch der NDR, wo man sich eines Kommentars zur Sache enthalten will, ein Sprecher des Senders erklärte: "Dazu ist genug gesagt worden."

Und jetzt nach Hamburg zu den Nachrichten.

tdo

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