Arthur Ochs Sulzberger Legendärer Verleger der "New York Times" ist tot

Er machte die "New York Times" zum führenden Blatt der USA - und war ein Vorkämpfer für die Pressefreiheit: Der Verleger Arthur Ochs Sulzberger ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Geschäfte hatte Sulzberger bereits 1992 an seinen Sohn übergeben.

Arthur Ochs Sulzberger (im Jahr 1992): Eine der letzten Verlegerlegenden
Corbis

Arthur Ochs Sulzberger (im Jahr 1992): Eine der letzten Verlegerlegenden


Hamburg - Der langjährige "New York Times"-Verleger Arthur Ochs Sulzberger ist tot. Sulzberger sei am Samstag im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Southhampton auf Long Island gestorben, teilte die Zeitung unter Berufung auf seine Familie mit.

1963 hatte Sulzberger die Führung der New Yorker Tageszeitung übernommen. Gekauft hatte sie sein Großvater, ein Einwanderer aus Bayern, rund 70 Jahre zuvor. Schon damals war das Blatt einflussreich und preisgekrönt - aber auch in finanziellen Nöten. Sulzberger ließ die "New York Times" in den ganzen Vereinigten Staaten verkaufen und machte sie zum Herzstück eines Medienkonzerns.

Während seiner drei Dekaden währenden Zeit an der Spitze des Blattes gewann die "New York Times" insgesamt 31 Pulitzer-Preise, die höchste Auszeichnung im US-Journalismus. Auf Sulzbergers persönliche Entscheidung hin veröffentlichte das Blatt zudem die sogenannten Pentagon-Papiere. Sie enthüllten, dass die US-Regierung die Öffentlichkeit gezielt über den Krieg in Vietnam in die Irre geführt hatte. Als US-Präsident Richard Nixon die Veröffentlichung verhindern wollte, folgte ein Rechtsstreit, der bis zum Obersten Gerichtshof der USA führte - und den die New York Times schließlich gewann.

Auch die Auflage stieg unter Sulzbergers Führung: Von 714.000 im Jahr 1963 auf 1,1 Millionen Exemplare 1992 - dem Jahr, in dem Sulzberger die Geschäfte an seinen ebenfalls auf den Namen Arthur getauften Sohn übergab. Er steht dem Blatt bis heute als Verleger vor.

Sulzberger senior, von seinen Freunden Punch genannt, hatte im Zweiten Weltkrieg und im Korea-Krieg im Marine Corps gedient. Er begann bei der New York Times als normaler Reporter. Anschließend verbrachte er acht Jahre in der Führungsetage des Verlags, und zwar als "Generaldirektor für gar nichts", wie Sulzberger selbst spottete. Im Alter von 37 Jahren dann rückte Sulzberger plötzlich an die Spitze der Zeitung vor, nachdem sein Schwager überraschend verstorben war.

Sulzbergers Sohn Arthur junior teilte am Samstag mit: "Punch, der alte Marine-Corps-Hauptmann, der niemals einem Kampf auswich, war ein absolut verbissener Verteidiger der Pressefreiheit." Er habe geholfen, Zensur und Einschüchterungsversuche durch die Regierung zu verhindern.

US-Präsident Brarack Obama ließ mitteilen: "Über mehr als 30 Jahre hinweg hat Arthur mitgeholfen die New York Times zu verändern und ihren Ruf als eine der erfolgreichsten und respektiertesten Zeitungen in der Welt zu sichern." Er sei ein unbeugsamer Jünger der Pressefreiheit gewesen.

ric/AP/dpa



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Seite 1
randolftreutler 29.09.2012
1. Finde ich sehr gut...
Zitat von sysopCorbisEr machte die "New York Times" zum führenden Blatt der USA - und war ein Vorkämpfer für die Pressefreiheit: Der Verleger Arthur Ochs Sulzberger ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Geschäfte hatte Sulzberger bereits seit langem an seinen Sohn übergeben. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/arthur-ochs-sulzberger-ex-herausgeber-der-new-york-times-ist-tot-a-858749.html
wir sehen ja in den USA selbst, was die "Pressefreiheit" zustande gebracht hat. Von totalem Pazifismus bis hin zu wirklich vorbildlicher sozialer Gerechtigkeit reicht das Spektrum der Errungenschaften durch die Pressefreiheit. Durch den Druck der Presse wurden zu keiner Zeit Diktaturen unterstützt, die die Menschenrechte ihrer Bürger mit Füßen traten, es wurden immer soziale Bewegungen und aufstrebende Demokratien unterstützt, es gab und gibt keinen Militarismus,niemals würde dieses Land ein anderes Land zum eigenen Nutzen militärisch angreifen. Oder schlimmer noch, Lügen in die welt setzen, um Kriege zu legitimieren. Auch geht es sowohl in militärischen Strafgefangenenlagern als auch in amerikanischen Gefängnissen vorbildlich zu, Humanismus und eine faire Behandlung aller Inhaftierten, egal welche Hautfarbe und/oder welcher gesellschaftliche Rang eingenommen wird, werden garantiert. Die Pressefreiheit hat immer für einen fairen Ausgleich der Kräfte in den USA gesorgt. Wirklich ganz toll.
musca 30.09.2012
2.
Zitat von sysopCorbisEr machte die "New York Times" zum führenden Blatt der USA - und war ein Vorkämpfer für die Pressefreiheit: Der Verleger Arthur Ochs Sulzberger ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Die Geschäfte hatte Sulzberger bereits seit langem an seinen Sohn übergeben. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/arthur-ochs-sulzberger-ex-herausgeber-der-new-york-times-ist-tot-a-858749.html
Für einen Menschen mit bairischen Wurzeln schaut dieser Typ aber recht "grantig" drein....wenn man schon Arthur Ochs Sulzberger heisst. Klingt schon stark bairisch so ein Name. ;) Der schaut eher drein wíe ein zwidara ***preiß ;) des boarische Bluat muass erm do drent in Amerika woi obkemma sein . Bitte, es ist humorvoll vielleicht nur etwas zynisch gemeint ....ich gehe auch lieber auf Nummer "sicher". Die Deutschen nördlich des Mains können den bairischen Humor oft leider sehr schlecht nachvollziehen. FG
observatorium 30.09.2012
3. optional
Meine Güte, für wie blöd hält man uns eigentlich, oder ist sich der Spiegel denn für gar nichts mehr zu doof ??? Vorkämpfer der Pressefreiheit, hahahaha. Dazu ein Zitat von Rockefeller: „Wir sind den grossen Zeitungsverlagen wie The Washington Post, The New York Times, Times Magazine und anderen guten Medien und deren Verlagchefs die an unseren Treffen teilgenommen haben sehr dankbar, dass sie ihr Versprechen die Beschlüsse und Absichten in den letzten 40 Jahren geheim zu halten, auch eingehalten haben. Es wäre unmöglich gewesen unseren Plan für die Welt umzusetzen, wenn wir unter dem Licht der Öffentlichkeit in all den Jahren gestanden hätten. Aber die Arbeit ist jetzt viel weiter und gut vorbereitet, um zu einer Weltregierung zu gelangen. Die übernationale Autorität und Kompetenz einer intellektuellen Elite und der Weltbänker ist sicher eher zu bevorzugen, als zu erlauben den einzelnen Nationen sich selbst zu entwickeln und zu verwirklichen, wie in der Vergangenheit geschehen“. Prost Mahlzeit. DU, Spiegel bist nämlich auch schon längst nicht mehr frei in Deiner so durchsichtig, einseitigen "Berichtserstattung"
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