London - Die von ihr kuratierte diesjährige Documenta war ein großer Publikums- und Besuchererfolg. Jetzt ist Carolyn Christov-Bakargiev eine weitere Ehre zuteilgeworden: Die britische Kunstzeitschrift "ArtReview" hat sie in ihrer aktuellen "Power 100"-Liste zur einflussreichsten Person der Welt im Kunstbetrieb gewählt. 2011 hatte der chinesische Künstler Ai Wei Wei an der Spitze gestanden. Er belegt nun Platz drei und ist damit vor dem deutschen Maler Gerhard Richter (Platz sechs) und der US-amerikanischen Fotografin Cindy Sherman (Platz 13) der höchstplatzierte Künstler.
Seit 2002 erstellt "ArtReview" seine "Power 100"-Liste. Objektive Kriterien für die Rangfolge wie Verkaufszahlen oder positive Rezensionen gibt es nicht, der selbsterklärte Anspruch des Magazins ist es vielmehr, die Verschiebungen der Kräfteverhältnisse in der Kunstbranche abzubilden. Aus diesem Grund beobachtet die Kunstszene die Bewegungen auf der Liste auch sehr genau. Neben dem Umstand, dass mit Christov-Bakargiev erstmalig eine Frau Platz eins erreicht, dürfte diesmal für Aufsehen sorgen, dass das russische Musikerinnen- und Künstlerinnen-Kollektiv Pussy Riot auf Platz 57 gelandet ist.
In der Regel sind Künstler auf der Liste in der Minderheit. So belegen auch 2012 Galeristen wie Larry Gagosian, Museumdirektoren wie Nicholas Serota (Tate Gallery, London) oder Kuratoren wie Hans Ulrich Obrist und Julia Peyton-Jones (Serpentine Gallery, London) die vorderen Plätze. Die vollständige "Power 100" hat ArtReview hier veröffentlicht.
hpi
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