Höchstdotierter Kunstpreis Komponist Arvo Pärt erhält den "Praemium Imperiale"

Die Auszeichnung ist vergleichbar mit dem Nobelpreis: Der estnische Komponist Arvo Pärt wird mit dem "Praemium Imperiale" geehrt. Die anderen Preisträger sind Maler, Architekten, Bildhauer - und ein afrikanischer Dramatiker.

Komponist Pärt (im 2011): "Nobelpreis der Künste" für den 78-Jährigen
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Komponist Pärt (im 2011): "Nobelpreis der Künste" für den 78-Jährigen


Berlin - Der estnische Komponist Arvo Pärt wird mit dem diesjährigen "Praemium Imperiale" geehrt. Der 78-Jährige erhält den höchstdotierten Kunstpreis der Welt in der Kategorie Musik für seinen herausragenden Einfluss auf die zeitgenössische Musik, wie die Japan Art Association jetzt auf ihrer Webseite bekannt gab.

Mit Pärt wird einer der meist aufgeführten Komponisten zeitgenössischer Musik geehrt. Sein Werk zeichne sich durch eine mächtige spirituelle Aura aus, befand die Jury. Weltweit bewunderten Musiker verschiedenster Genres seine "einzigartigen Klangwelten".

Der "Praemium Imperiale" gilt als weltweit wichtigster Kunstpreis, vergleichbar dem Nobelpreis - er wird daher auch als "Nobelpreis der Künste" bezeichnet. Die Entscheidung der Jury wurde am Mittwoch gleichzeitig in Paris, Rom, Berlin, London, New York and Tokio bekannt gegeben. Die mit jeweils rund 110.000 Euro dotierten Auszeichnungen werden am 15. Oktober vom japanischen Prinzen Hitachi in Tokio vergeben.

"Die Künstler bestechen durch beeindruckende Eigenwilligkeit"

Mit dem 82-jährigen Dramatiker Athol Fugard erhält erstmals auch ein afrikanischer Künstler die begehrte Auszeichnung. Die Preisrichter hoben besonders sein Engagement gegen Vorurteile, Armut und Ungerechtigkeit vor. Weitere Preisträger sind der französische Maler Martial Raysse (78), der italienische Bildhauer Giuseppe Penone (67) und US-Architekt Steven Holl (66). Ein mit gut 36.000 Euro dotierter Nachwuchspreis geht zudem an die Fondation Zinsou aus Benin, die Menschen den freien Zugang zu Kunst ermöglichen und afrikanische Kulturprojekte fördern will.

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, hob am Mittwoch bei der Bekanntgabe der Preisträger in Berlin besonders ihre Verdienste um den kulturellen Dialog hervor. "Die ausgewählten Künstler bestechen in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen durch beeindruckende Eigenwilligkeit. Ihre Werke entfalten eine enorme kulturelle Kraft", sagte Lehmann. Er ist der deutsche Repräsentant der Japan Art Association, die den Preis zum 26. Mal vergibt.

mxw/dpa



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