Aufklärung über Fake News George Soros finanziert Correctiv-Projekt

Das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv will im Netz Falschnachrichten kennzeichnen - finanziert wird die Arbeit zunächst von Stiftungen des Milliardärs George Soros.

George Soros
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Der genaue Starttermin für das Projekt steht noch nicht, das Geld ist aber schon da: Das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv erhält von den Open Society Foundations des US-Investors und Milliardärs George Soros gut 100.000 Euro für das Richtigstellen von unwahren Berichten im Internet.

Correctiv werde sich bei der Suche nach gezielten Falschnachrichten auf Facebook konzentrieren, sich aber nicht darauf beschränken, sagte Geschäftsführer David Schraven. Zunächst hatte der Branchendienst "turi2" darüber berichtet.

Falsche Berichte sollen dann mit einem Hinweis wie "Diese Nachricht wird von Factcheckern angezweifelt" gekennzeichnet werden. Außerdem wolle Correctiv nicht nur auf einzelne gefälschte Nachrichten aufmerksam machen, sondern auch erklären, wie sie zustande kommen. Der genaue Starttermin stehe noch nicht fest, sagte Schraven. "Wir hoffen aber, dass es bald losgeht."

100.000 Euro von den Open Society Foundations

Bislang kümmern sich drei Mitarbeiter beim Correctiv um das Thema Factchecking. Zwei weitere sollen dazu kommen, unter anderem Karolin Schwarz, Mitbegründerin von "Hoaxmap", einer Website zu Gerüchten über angebliche Verbrechen von Flüchtlingen. Die gut 100.000 Euro von den Open Society Foundations reichen laut Schraven bis Ende des Jahres. "Danach muss man sehen, wie es weitergeht."

Bereits im Januar hatte Facebook angekündigt, härter gegen die Verbreitung gefälschter Nachrichten vorzugehen und dafür mit "Correctiv" zusammenzuarbeiten; von dem Internet-Konzern erhält das Recherchebüro dafür kein Geld - für Diskussionen hatte damals unter anderem geführt, dass Facebook die Bewertung umstrittener Inhalte auf diese Weise auslagere, statt einen eigenen Umgang mit Falschinformationen zu entwickeln.

Der Milliardär George Soros, von dem das Geld stammt, unterstützt seit Jahrzehnten zivile Initiativen für Demokratisierung. Er ist eine Hassfigur für viele osteuropäische Rechts-Regierungen. So hatte zuletzt ein Sprecher von Viktor Orbáns Fidesz-Partei in Richtung Soros gedroht, man werde NGOs "aus dem Land fegen" und kündigte ein Gesetz an, das NGO-Mitarbeiter verstärkt kontrollieren würde.

eth/dpa

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