Augenzeugenbericht Abschied von den Buddhas

Die radikal-islamischen Taliban haben die beiden Riesenbuddhas in Afghanistan vollständig zerstört. Uno-Generalsekretär Kofi Annan konnte die Weltkulturschätze nicht mehr retten.


Sie war einmal: Buddha-Statue in Bamiyan
REUTERS

Sie war einmal: Buddha-Statue in Bamiyan

Islamabad - Die Statuen im Tal von Bamiyan sind nach Angaben von internationalen Hilfsorganisationen vollständig zerstört. Unter Berufung auf Augenzeugen vor Ort hieß es am Sonntag, die beiden in den Fels gehauenen Standbilder aus dem dritten und fünften Jahrhundert existierten nicht mehr.

Der Außenminister der fundamentalistischen Herrscher Afghanistans, Wakil Ahmad Mutawakil, sagte nach einer Begegnung mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad: "Es ist nicht sehr viel von den Statuen übrig geblieben." Annan zeigte sich nach dem Gespräch "wenig ermutigt". Die Taliban erwiesen sich mit ihrem Vorgehen selbst und der islamischen Welt einen schlechten Dienst.

Taliban-Führer Mullah Mohammad Omar hatte vor zwei Wochen angeordnet, alle religiösen Statuen in Afghanistan zu vernichten, weil sie unislamisch seien. Omar zeigte sich gegen alle internationalen Appelle, die Zerstörung abzublasen, uneinsichtig.

Am Freitag hatte die Uno-Vollversammlung erklärt, die Zerstörung der Buddha-Statuen wäre ein "nicht wieder gutzumachender Verlust für die gesamte Menschheit". Mutawakil hatte dazu gesagt: "Die Resolution wird unseren Standpunkt nicht ändern. Wir werden die Statuen alle zerstören. Wir können nicht zurück."



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