Auszeichnung SPIEGEL-Reporter gewinnen Nannen-Preise

Eine Reportage über das Flüchtlingselend in Afrika, eine Dokumentation über die umstrittene Regensburger Rede von Benedikt XVI.: Zwei SPIEGEL-Reporter wurden am Abend mit dem renommierten Nannen-Preis ausgezeichnet. Auch eine mutige russische Zeitung ist unter den Prämierten.


Hamburg - SPIEGEL-Redakteur Klaus Brinkbäumer gewann mit "Die afrikanische Odyssee" den Egon-Erwin-Kisch-Preis - die Auszeichnung in der Kategorie Reportage. Seine Geschichte über afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa beschreibt die Reise eines Ghanaers, der vier Jahre brauchte, bis er endlich in Spanien war. Brinkbäumer teilt sich den Preis mit Henning Sußebach von der "Zeit", der für seine Reportage "Hoffmanns Blick auf die Welt" über einen Hartz-IV-Empfänger ausgezeichnet wurde.

In der Kategorie Dokumentation gewann der SPIEGEL-Korrespondent Alexander Smoltczyk mit seiner Geschichte "Der Unfehlbare" über die umstrittene Regensburger Rede des Papstes. Der Reporter zeichnete nach, wie Benedikt XVI. mit wenigen Worten fast eine globale Krise ausgelöst hätte. Smoltcyk recherchierte die Vorgeschichte der Rede und analysierte, dass sich darin "Lust an der Provokation, Widerwille gegen Konsens und Leisetreterei" offenbart habe: "Benedikt XVI. ist kein Diplomat."

Für investigativen Journalismus wurden Klaus Ott, Markus Balser und Hans Leyendecker von der "Süddeutschen Zeitung" ausgezeichnet. Sie hatten die Aufklärung des Schmiergeldskandals bei Siemens vorangetrieben.

Die oppositionelle russische Zeitung "Nowaja Gaseta" bekam den Nannen-Preis für ihre beharrliche Berichterstattung über Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland. In der Redaktion arbeitete auch die Journalistin Anna Politkowskaja, die im Herbst ermordet wurde.

In der Kategorie Humor gewann Hans Zippert von der "Welt" für seine Kolumne "Zippert zappt". Neben den schreibenden Journalisten wurden zwei Fotografen mit dem Nannen-Preis ausgezeichnet: Der 78-jährige Robert Lebeck wurde für sein Lebenswerk und Alessandro Scotti für die beste Fotoreportage im Magazin "Geo" gewürdigt.

Bei der Gala mit 1200 Gästen im Hamburger Schauspielhaus verliehen der Zeitschriftenverlag Gruner und Jahr sowie dessen Magazin "Stern" zum dritten Mal den Henri-Nannen-Preis. Die nach dem 1996 gestorbenen Magazin-Gründer benannte Auszeichnung ist in mehreren journalistischen Kategorien mit 30.000 Euro dotiert. Der Preis für die beste Reportage ist nach Reporter-Legende Egon Erwin Kisch benannt.

Die Nannen-Preisträger 2007

Kategorie Preisträger geehrt für...
Reportage
(Kisch-Preis)
Klaus Brinkbäumer,
DER SPIEGEL
"Die afrikanische Odyssee"
Henning Sußebach,
"Die Zeit"
"Hoffmanns Blick auf die Welt"
Dokumentation
 
Alexander Smoltczyk, DER SPIEGEL "Der Fehlbare"
 
Investigativ
 
 
Markus Balser, Klaus Ott, Hans Leyendecker, "Süddeutsche Zeitung" Aufdeckung des Siemens-
Schmiergeldskandals
 
Humor
 
Hans Zippert,
"Die Welt"
"Zippert zappt"
 
Fotografie Alessandro Scotti, Geo "Weltmacht Drogen"
Sonderpreise
 
"Nowaja Gaseta", Russland
 
Engagement für die Pressefreiheit
Robert Lebeck
 
für sein fotografisches Lebenswerk

esp/dpa/ddp



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