"Spur der Steine"-Autor Erik Neutsch ist tot

Mit "Spur der Steine" schrieb Erik Neutsch vor fast 50 Jahren einen DDR-Klassiker, die legendäre Verfilmung mit Manfred Krug war der SED-Führung jedoch zu kritisch. Nun ist der Schriftsteller im Alter von 83 Jahren gestorben.

Erik Neutsch: "Überzeugter Marxist"
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Erik Neutsch: "Überzeugter Marxist"


Halle - Er galt als einer der erfolgreichsten Autoren der DDR. Am Dienstag ist der Schriftsteller Erik Neutsch im Alter von 82 Jahren in seiner Wohnung in Halle gestorben. Das teilte die Erik-Neutsch-Stiftung mit.

Neutsch wurde 1931 in Schönebeck bei Magdeburg geboren und schrieb mit "Spur der Steine" 1964 einen viel beachteten Roman. In dem Buch erzählt Neutsch die Geschichte des eigenwilligen Zimmermanns Hannes Balla - und durch ihn vom Alltagsleben eines Arbeiters im realen Sozialismus.

Das Buch wurde vor in den Jahren 1965/66 mit Manfred Krug in der Hauptrolle verfilmt, nach der Premiere wurde der Film wegen seiner kritischen Sichtweise auf die DDR aber abgesetzt und erst nach dem Fall der Mauer wieder gezeigt - dann allerdings mit nachhaltigem Erfolg.

Anders als Manfred Krug, der Hauptdarsteller von "Spur der Steine", der die DDR 1977 im Zuge der Proteste gegen die Biermann-Ausbürgerung verließ, hatte sich Neutsch als "überzeugter Marxist" mit dem SED-Regime arrangiert. Auf "Spur der Steine" folgten weitere Veröffentlichungen, darunter das auf sechs Bände angelegte Romanwerk "Der Friede im Osten". Von 1974 bis 1990 war Neutsch Mitglied der Akademie der Künste der DDR.

vks/dpa



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