Street-Art Banksy bekennt sich zu Paris-Graffiti

Am Wochenende waren in Paris mehrere Graffitis entstanden, die dem britischen Künstler Banksy zugeordnet wurden. Nun hat sich der Street-Artist selbst zu Wort gemeldet.

Ein Banksy-Graffiti in der Nähe der Sorbonne in Paris
AFP/ Philippe Lopez

Ein Banksy-Graffiti in der Nähe der Sorbonne in Paris


Die Farben, die Machart, die grafische Umwandlung von Fotos, diese ganz eigene Handschrift der Graffiti ließen kaum Zweifel an der Urheberschaft. Doch bislang waren es lediglich Vermutungen, dass die Kunstwerke, die am vergangenen Wochenende in Paris aufgetaucht waren, von dem britischen Street-Art-Künstler Banksy stammten - bis jetzt. Auf Instagram postete er nun drei der Graffiti.

Eines der Bilder ist in der Nähe der Sorbonne-Universität zu sehen: Es zeigt einen Mann, der eine Säge hinter seinem Rücken versteckt und mit der anderen Hand einem Hund einen Knochen hinhält - dem Hund fehlt ein Stück eines Vorderbeins.

Die beiden anderen Werke zeigen Ratten: Auf dem einen ist ein Nagerpaar mit Schirm und Melone zu sehen, das den Eiffelturm in der Ferne zu bewundern scheint. Ein weiteres prangt an einer Hauswand in der Nähe des Kunstmuseums Centre Pompidou und zeigt eine vermummte Ratte mit einem Teppichmesser.

. Fifty years since the uprising in Paris 1968. The birthplace of modern stencil art.

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Dazu schrieb Banksy auf Instagram: "Fünfzig Jahre nach dem Aufstand in Paris 1968: der Geburtsort der Schablonenkunst." Banksy, der seine Identität geheim hält und häufig seine Kunstwerke über soziale Netzwerke ankündigt, und andere Street-Art-Künstler malen oder sprühen ihre Bilder mithilfe von Schablonen auf Hauswände.

Zu weiteren Wandbildern, die Banksy zugeschrieben werden, äußerte er sich nicht. Dazu zählt auch ein Graffito am Bataclan-Theater. Am Notausgang des Klubs, der durch einen Terroranschlag 2015 weltbekannt geworden war, prangt eine weiße Gestalt mit Kapuze auf schwarzem Grund.

Kritik an Frankreichs Flüchtlingspolitik

Ein anderes entstand in der Nähe eines ehemaligen Aufnahmezentrums für Flüchtlinge am nördlichen Stadtrand von Paris. Es zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen, das ein Hakenkreuz mit einem rosafarbenen Teppichmuster überpinselt. Es wird als Kritik an der französischen Einwanderungspolitik gewertet.

Bereits 2015 hatte Banksy mit einem Graffito im nordfranzösischen Calais auf Missstände in der Migrationspolitik aufmerksam gemacht: Es zeigte Steve Jobs, selbst Sohn syrischer Einwanderer, mit einem Bündel über der Schulter und einem Apple-Rechner in der Hand.

brs/AFP



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