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Straßenkunst: Banksy-Werk in Hamburg beschädigt

Ein beschädigtes Schablonengraffito "Bomb Hugger" Zur Großansicht
DPA

Ein beschädigtes Schablonengraffito "Bomb Hugger"

In der Hamburger Neustadt wurde ein Schablonengraffito des Straßenkünstlers Banksy beschmiert - es ist vermutlich sein einziges Werk in ganz Deutschland.

Hamburg - Unbekannte haben das einzige Graffitimotiv des Briten Banksy in Hamburg besudelt. "Das Bild ist stark beschädigt", bestätigte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Hamburg Medienberichte.

Bei dem Werk handelt es sich um das Schablonenbild "Bomb Hugger" auf einer Betonsäule in der Steinwegpassage im Stadtteil Neustadt. Es zeigt ein Mädchen, das eine Bombe umarmt. Unbekannte Täter hatten mit blauer Farbe das Wort "Grafitti" sowie eine Linie oberhalb des Kunstwerks gesprüht. Die Farbe lief zwischen den Beton und eine Acrylglasscheibe.

Die Scheibe war 2011 von der Spiegelberger Stiftung angebracht worden, um das Werk vor Beschädigungen zu schützen. Banksy, dessen Werke mittlerweile Millionen Euro einbringen, hatte das Bild 2002 anlässlich des Festivals "Urban Discipline" angebracht. Es ist vermutlich sein einziges Werk in ganz Deutschland.

Graffiti von Banksy sind in der Vergangenheit wiederholt zum Ziel von Vandalismus geworden: Erst im vergangenen Oktober war ein Banksy-Werk im britischen Folkestone mit einem Penis verunstaltetworden. Im August 2014 hatten Unbekannte ein Werk des Künstlers im englischen Cheltenham mit roter und goldener Farbe übersprüht.

Auch das weltbekannte Banksy-Bild "Kissing Coppers", das zwei sich küssende Polizisten zeigt, wurde mehr als einmal Opfer von Vandalismus. Der Besitzer eines Brightoner Pubs, auf dessen Wand Banksy das Motiv gesprüht hatte, entschloss sich nach wiederholten Attacken schließlich dazu, das Original-Kunstwerk entfernen zu lassen und durch eine Nachbildung zu ersetzen. Das Graffiti wurde bei einer US-Auktion für etwa 450.000 Euro an einen unbekannten Sammler verkauft.

kuz/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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1. Schmiererei tropft auf Kunst....
Zeitwesen 25.02.2015
...oder Kunst auf Schmiererei? Bevor Banksy bekannt und seine Graffiti zu teuren Gelsdanlagen wurden, war seine Kunst für die meisten Menschen bloß Schmiererei. Jetzt kann man aber mit Fug und Recht behaupten es ist Kunst, denn es hat Geldwert, oder nicht?
2. Schmiererei wird übergeschmiert.
thkarlau 25.02.2015
Graffiti sind nur dort Kunst, wo sie erwünscht und gewollt sind. An allen anderen Orten, etwa privaten Mauern, Wänden, Garagen oder auch öffentlichem Eigentum ohne Erlaubnis sind sie lediglich Schmierereien, die entfernt werden sollten. Ganze Züge werden beschmiert, die Schmierer halten sich selber für Künstler. In Wirklichkeit sind das Straftäter, die anderer Leute Eigentum beschädigen. In manchen Städten sieht man keine Fläche, die nicht beschmiert wurde. Angefangen beim Ortseingangsschild bis hin zu gemauerten Flächen, Autobahnen sowieso. Die Politik hat das viel zu lange verharmlost.
3. Das ist so lächerlich
eulenigel 25.02.2015
Kunst scheint tatsache nur als solche bezeichnet zu werden wenn der werk des Bildes steigt. Da sieht man mal wieviel Ahnung die Menschen von der Sache haben. Das ist einfach so was von Egal das es übermalt wurde und sollte man mal als Statement verstehen. Banksy ist genauso Grafitti Artist wie alle anderen.
4. Ist das Kunst, oder kann das weg?
tweet4fun 25.02.2015
Schwierige Frage! Ob etwas Kunst ist, liegt immer im Auge des Betrachters. Wat dem een sien Uhl, ist dem annern sien Nachtigall. Oft ist die Grenze zwischen Graffiti-Kunst und Schmiererei fließend. Das Hauptproblem sehe ich allerdings im Aspekt der Unterschiedlichkeit zwischen privatem und öffentlichem Raum. Im Privatbereich, in Gallerien oder Ausstellungen soll und muß die künstlerische Darstellung uneingeschränkte Freiheit genießen dürfen. Schließlich begeben sich die interessierten Betrachter gezielt und freiwillig dorthin, um die Darstellungen zu betrachten. Im öffentlichen Raum sieht das allerdings völlig anders aus. Insbesondere die allgemeine Graffiti-Kunst trägt da eindeutig faschistoide Züge. Man wird regelrecht dazu gezwungen, die Darstellungen zu sehen - ob man es will oder nicht, ob man es als schön oder als abstoßend empfindet. Auch gibt es durchaus Menschen, die eine leere Mauer als beruhigend zu schätzen wissen. Einer Minderheit, selbst wenn sie sich als Künstler betrachtet, sollte nicht erlaubt sein, einer Mehrheit aufzudrängen, was sie zu sehen hat. Das ist eine ungeheuerliche Anmaßung. Es sollte also der jeweiligen Stadtverwaltung überlassen sein, über Flächen und Plätze für Kunst in demokratischer Abstimmung zu entscheiden. In privaten Räumen darf alles geschehen, im öffentlichen Raum sollte aber jede ungenehmigte Graffiti-Kunst konsequent entfernt werden, egal ob sie ganz toll ist oder nicht.
5. Vandalismus wird hier relativiert?
absinthe 25.02.2015
Der Unterschied ist klar. Das Werk hat Bansky extra für die Ausstellung angebracht, dabei wurde auch nichts beschädigt. Wie gut oder wertvoll man es findet, ist eine subjektive Sache, aber dass es als Kunstwerk gemacht wurde und bestimmte Botschaft auf künstlerische Art ausdrückt, ist meiner Meinung nach klar. Das blaue Graffiti hingegen will in erster Linie ein Kunstwerk zerstören. Ich sehe darin psychisch krankhaftes Sendungsbewusstsein. Und die Leute, die das jetzt relativieren, halte ich für ignorante Wichtigtuer. So gesehen sind sie mit dem Vandalierer auf ähnlichem geistigen Niveau.
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