Berliner Ensemble Hochhuth will Peymann in Rente schicken

Der Dauerstreit zwischen den Urgesteinen der deutschen Theaterszene, Rolf Hochhuth und Claus Peymann geht in eine neue Runde. In einem Brief an den Berliner Kulturausschuss fordert der Dramatiker Hochhuth die Absetzung Peymanns als Intendant des Berliner Ensembles.


Berlin - Es sei Zeit die Ära Peymann zu beenden und ihn in Rente schicken, fordert Hochhuth in einem Brief an die Kulturausschuss-Vorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus, Alice Ströver (Grüne).

Rolf Hochhuth: Frischer Wind soll durch das Berliner Ensemble ziehen
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Rolf Hochhuth: Frischer Wind soll durch das Berliner Ensemble ziehen

Als Nachfolger sollten die Regisseure Christoph Schlingensief und Amina Gusner (Komödie am Kurfürstendamm) sowie die Schauspielerin Katharina Thalbach die Leitung des Theaters übernehmen. Peymanns Vertrag als Intendant wurde erst vor kurzem um zwei Jahre verlängert.

Die Immobilie des Berliner Ensembles ist Eigentum der Ilse-Holzapfel-Stiftung, deren Vorsitz Hochhuth innehat. Der 75-jährige Dramatiker ("Der Stellvertreter") kritisierte auch, dass Peymann "nicht einem einzigen" jungen Autor eine Chance gegeben habe.

Auf der Bühne des Berliner Ensembles sei kein einziges neues Stück aufgeführt worden, abgesehen von den Werken des bereits bekannten Peter Handke. Dies sei entgegen der Tradition des Hauses. Hochhuth forderte in dem Brief das Ende dieser "künstlerischen Stagnation", es solle "frischer Wind in das Theater wehen".

Immer wieder war es schon zu Auseinandersetzungen zwischen Peymann und Hochhuth gekommen. Peymann weigerte sich beispielsweise, die Stücke des Dramatikers Hochhut zu spielen. Daraufhin warf dieser Peymann vor, das Theater für fremde Zwecke vermietet zu haben und forderte öffentlich seinen Rücktritt.

Per Vertrag mit dem Land Berlin hat sich Hochhuth zusichern lassen, dass im Berliner Ensemble während der Sommermonate ein Stück seiner Wahl gespielt wird und sein "Stellvertreter" jeweils im Oktober dort zur Aufführung kommt.

hae/dpa



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