Auflagenrückgang Berliner Verlag verkauft Stadtmagazin "Tip"

Der Berliner Verlag hat sich von "Tip" getrennt. Übernommen hat das traditionsreiche Stadtmagazin der Raufeld Verlag. Der will mit mehr Webpräsenz und "neuen Themen" gegen die sinkende Auflage anarbeiten.

Screenshot der Internetseite tip-berlin.de

Screenshot der Internetseite tip-berlin.de


Berlin - Stadtmagazine haben es derzeit schwer, sich auf dem Markt zu behaupten. Nun trennt sich auch die Mediengruppe Berliner Verlag von "Tip", einem der größten Stadtmagazine Deutschlands. Neuer Eigentümer ist die Raufeld Verlag GmbH, teilte der Berliner Verlag mit, der auch die "Berliner Zeitung" und den "Berliner Kurier" herausgibt. Der Raufeld Verlag will alle 26 Mitarbeiter der Redaktion übernehmen.

Er glaube nicht, dass die "Ära der Stadtmagazine" vorbei sei, sagte der Raufeld-Geschäftsführer Jens Lohwieser zu SPIEGEL ONLINE. Vielmehr müsse die Marke "Tip" zeitgemäßer aufgestellt werden. Dafür solle vor allem die Website gestärkt und neue Themen gefunden werden; statt Terminkalender abzudrucken solle "Tip" künftig auch stadtpolitische Themen beinhalten. Allerdings hat sich das Berliner Stadtmagazin sich in der Vergangenheit durchaus stadtpolitisch eingemischt - etwa durch die alljährliche Liste der "100 peinlichsten Berliner", die 2012 Bürgermeister Wowereit anführte.

Auflage um die Hälfte geschrumpft

Der "Tip" ist 1972 als erstes deutsches Stadtmagazin gegründet worden. 1996 hat der Berliner Verlag das Blatt gekauft. Seit 2005 gehört der Verlag zur britische Investorengruppe Mecom. 2010 sind Layout und Produktion des Printprodukts an die Agentur Raufeld Medien ausgegliedert worden. Die "Tip"-Redaktion sei aber komplett getrennt von der Agentur, die auch Corporate Publishing betreibt, erklärte Lohwieser, der zuvor Redakteur der "Berliner Zeitung" war.

Die Printausgabe von "Tip" erscheint alle zwei Wochen, ebenso wie der direkte Konkurrent des Heftes, "Zitty". Die Auflage von "Tip" war seit dem Jahr 2000 um mehr als die Hälfte geschrumpft. Wurden um die Jahrtausendwende noch mehr als 70.000 Exemplare herausgegeben, waren es im letzten Quartal des vergangenen Jahres nur noch etwas mehr als 31.000.

Der Markt für Stadtmagazine in Deutschland erlebt wegen sinkender Auflagen und der Konkurrenz durch Internet und Gratisblätter seit einiger Zeit einen Umbruch. Die 1986 gegründete Branchengröße "Prinz" verschwand im Dezember aus den Kiosken und erscheint jetzt nur noch im Internet, der Verlag will dafür das tagesaktuelle Onlineangebot der Marke ausbauen. Auch das Mannheimer Stadtmagazin "Meier" hat seine Printausgabe begraben und ist nur noch im Netz zu finden.

vks/dpa



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Datenscheich 20.07.2013
1. Stimmt nicht!
Sie schreiben: "Der "Tip" ist 1972 als erstes deutsches Stadtmagazin gegründet worden." Das ist aber nicht zutreffend - denn die erste Ausgabe des 'HOBO', aus dem später 'Zitty' wurde, ist 1972 genau eine Woche VOR dem 'Tip' erschienen. Beide Gruppen waren konsterniert - aber es hatte halt 'in der Luft gelegen'.
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