Berühmter Kunsthändler Wolfgang Ketterer ist tot

Er machte Horst Janssen und Oskar Kokoschka berühmt - und sie ihn: Der Auktionator Wolfgang Ketterer baute nach dem Krieg den Kunsthandel in Deutschland auf. Nun ist der Pionier und Autodidakt mit 89 Jahren gestorben.


München/Hamburg - Der renommierte Münchner Kunsthändler Wolfgang Ketterer ist tot. Wie das Auktionshaus Ketterer Kunst in München mitteilte, starb der 89-Jährige am Mittwoch in seinem Haus in Kreuth am Tegernsee.

Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft trat Ketterer 1947 in das Unternehmen seines älteren Bruders Roman Norbert ein, der 1946 das Stuttgarter Kunstkabinett gegründet hatte. 1954 gründete er dann eine eigene Galerie in Stuttgart und zog 1965 mit seinem Unternehmen in die bayerische Landeshauptstadt, die zwischenzeitlich ein wichtiges Zentrum für den Kunsthandel geworden war.

Erfolge mit Ausstellungen und Editionen von Künstlern wie Horst Janssen, Oskar Kokoschka oder Henry Moore ermutigten Ketterer, seine Firma international auszubauen; seine erste Repräsentanz eröffnete der "talentierte Patriarch" ("FAZ") 1977 in New York. "Fehlgriffe hat er nicht gemacht", bescheinigte ihm die "SZ".

Neben dem Verlag und der Galerie hielt Ketterer 1968 seine erste Auktion ab. Fortan wurde das Auktionsprogramm bis 1983 um Spezialgebiete erweitert. Dazu gehörten Jugendstil, afrikanische Kunst, präkolumbische Kunst, Asiatika, Plakate, Antiquitäten, wertvolle Bücher und alte Kunst.

1989 expandierte Wolfgang Ketterer weiter und übernahm das Hamburger Auktionshaus F. Dörling. Um alle Aktivitäten unter einem Dach zu vereinen, wurde schließlich aus der Galerie Wolfgang Ketterer die Firma Ketterer Kunst, die Robert Ketterer, der dritte seiner vier Söhne, 1994 als Geschäftsführer übernahm.

hpi/dpa



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