Bester Baumeister 2011 Pritzker-Preis für Souto de Moura

Sein wohl berühmtester Bau ist ein Fußballstadion: Eduardo Souto de Moura baute die EM-Arena von Braga in einen Granitfelsen hinein, der das Hintertorpanorama bildet. Nun bekommt der Portugiese die wichtigste Auszeichnung für Architekten, den Pritzker-Preis.

REUTERS/ Luis Ferreira Alves

Los Angeles/Hamburg - Der Pritzker-Preis, die mit 100.000 Dollar dotierte, weltweit höchste Auszeichnung für Architekten, geht nach Portugal. Preisträger ist der 58-jährige Eduardo Souto de Moura. "Seine Architektur ist nicht offensichtlich, frivol oder pittoresk, sondern voller Intelligenz und Ernsthaftigkeit", hieß es in der am Montag veröffentlichen Begründung der Jury. "Seine Arbeiten erfordern eine intensive Auseinandersetzung, nicht nur einen flüchtigen Blick. Wie Poesie teilt sie sich jenen emotional mit, die sich die Zeit nehmen zuzuhören."

Am 2. Juni wird Souto de Moura den Preis bei einer Zeremonie in Washington entgegen nehmen. Als bisher einziger Portugiese hatte Alvaro Siza 1992 die begehrte Auszeichnung erhalten. Beide arbeiten in Porto. Moura lernte als junger Architekt bei Siza. Zusammen entwarfen sie für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover den portugiesischen Pavillon.

Zu Souto de Mouras bekanntesten Projekten zählt das 2004 eingeweihte Fußballstadion Estádio Municipal, das hoch über der portugiesischen Stadt Braga in einen Felsen gebaut wurde. Die Pritzker-Jury würdigte den Bau als "... muskulös, monumental und sehr mit der gewaltigen Landschaft verbunden". Dem siebenköpfigen Gremium gehörte unter anderem der italienische Architekt Renzo Piano an.

Bescheiden die Funktion erfüllen

Souto de Moura arbeitet häufig mit Zement, Stein, Kupfer und Holz. Die meisten seiner rund 60 Projekte, darunter Einfamilienhäuser, Kinos und Hotels, stehen in seiner Heimat. Seine Entwürfe wurden aber auch in Deutschland, Spanien, Italien und der Schweiz realisiert.

Der Architekturstil Souto de Mouras gilt als zurückhaltend. Er betont, dass Gebäude bescheiden ihre Funktion zu erfüllen hätten und sich ihrer Umgebung anpassen sollten. "Es gibt keine ökologische Architektur, keine intelligente Architektur, keine nachhaltige Architektur - es gibt nur gute Architektur", sagte Souto de Moura 2004 auf einer Konferenz.

Der Pritzker-Preis wird seit 1979 verliehen. Er wurde von dem Chicagoer Unternehmer Jay A. Pritzker und dessen Ehefrau Cindy gestiftet. Die Familie besitzt unter anderem die internationale Hyatt-Hotelkette.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören neben Frank Gehry auch der Italiener Renzo Piano, der Niederländer Rem Koolhaas, die Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron, der Brasilianer Oscar Niemeyer und der deutsche Architekt Gottfried Böhm. Im vergangenen Jahr wurden Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa, die Gründer des Architektenbüros Sanaa in Tokio, ausgezeichnet.

feb/dpa/dapd



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
gerdus 29.03.2011
1.
Und wo sind die Fotos von den Bauten?
hajoschneider 29.03.2011
2. Vielleicht ...
Zitat von gerdusUnd wo sind die Fotos von den Bauten?
... aus Angst vor Copyrightforderungen nicht veröffentlicht?
Achim 29.03.2011
3. Fragen eines lesenden Arbeiters
Der Architekt baute also ein Fußballstadion. Hatte er nicht wenigstens einen Kranführer bei sich?
sysop 29.03.2011
4. #4
Nein, er hatte einen Dichter bei sich.
eeezy 29.03.2011
5. Schön
Gefallen mir seine Entwürfe. Das Museum in Cascais kannte ich gar nicht. Werd es demnächst mal besuchen.
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