BET Awards Anita Baker fürs Lebenswerk geehrt

Eine zu Tränen gerührte Anita Baker, ein Rapper, der den getöteten Kollegen XXXTentacion würdigt und klare politische Botschaften. Die Verleihung der BET Awards hatte eine ganze Reihe von Höhepunkten.

REUTERS

Im vergangen Jahr hatte Michelle Obama für den emotionalen Höhepunkt der BET Awards, den Preisen für afro-amerikanische Künstler, gesorgt. Per Videobotschaft würdigte sie den jungen Musiker Chance the Rapper für sein soziales Engagement. Er erhielt den "Humanitarian Award". Dem Musiker standen damals die Tränen in den Augen.

In diesem Jahr war es Soulsängerin Anita Baker, die um Fassung ringen musste. Die 60-Jährige, die in den Achtziger- und Neunzigerjahren mit ihren Songs die R&B-Charts dominiert hatte, erhielt die Auszeichnung für ihr Lebenswerk. In ihrer Dankesrede rief sie die Künstlerinnen und Künstler auf, nicht aufzuhören, Musik zu machen, zu rappen, zu singen, zu reimen und sich damit Gehör in der Welt zu verschaffen.

Meek Mill würdigt Rapper XXXTentacion

Überhaupt ging es an diesem Abend im Microsoft Theater in Los Angeles gewohnt politisch zu. Oscar-Gewinner und Gastgeber des Abends, Jamie Foxx, appellierte an das Publikum, "Botschaften in ihre Musik zu schmuggeln". Und er würdigte ebenso wie Rapper Meek Mill den in der vergangenen Woche erschossenen Musiker XXXTentacion. "Wir dürfen uns an solche Dinge nicht gewöhnen. Wir sind schon zu sehr daran gewöhnt, dass junge Menschen getötet werden", sagte er.

Fotostrecke

7  Bilder
Preise für schwarze Künstler: Spektakuläre Auftritte bei BET Awards

Meek Mill, der erst im April aus dem Gefängnis entlassen worden war, trug ein Kapuzenshirt mit dem Konterfei seines getöteten Kollegen. Er präsentierte seinen neuen Song "Stay Woke" auf einer Bühne, die sich in eine Straßenecke verwandelt hatte. Darin prangert er Polizeigewalt gegen Schwarze an. Childish Gambino alias Donald Glover, sang seinen Song "This Is America", der im vergangenen Monat zu einem viralen Hit wurde und in schockierender Weise ein Welt voll Waffengewalt und Rassismus zeigt.

Bei all den herausragenden Auftritten rückten einige Gewinner des Abends fast in den Hintergrund zumal große Star wie Drake (bestes Video) und Kendrick Lamar (Bester Hip Hopper) bei der Verleihung fehlten. Beyoncé gewann als beste Popsängerin/R&B-Sängerin, Bruno Mars als bester Popsänger/R&B-Künstler.

"Black Panther" bester Film

Zum Auftakt der Show würdigte Foxx den Hollywood-Blockbuster "Black Panther" als besten Film. "Wir brauchen keinen Präsidenten wir haben einen König, Regisseur Ryan Coogler hat uns unseren König geschenkt", sagte er mit Blick auf die von Chadwick Boseman gespielte Hauptfigur T'Challa, der dafür ebenfalls eine Trophäe erhielt.

Und noch eine Preisträgerin kam auf den Ex-Präsidenten zu sprechen. Debra Lee, die im vergangenen Monat nach 32 Jahren als BET-Vorsitzende und -Geschäftsführerin zurückgetreten war, erhielt den "Ultimate Icon Award". "Die Macht schwarzer Kultur ist unvergleichlich. Sie ist wunderschön, sie ist unglaublich, sie ist alles. Wir sind das", sagte sie und bezeichnete Barack Obama als den "Oberbefehlshaber" der Schwarzen. Von den BET Awards scheinen die Obamas nicht mehr wegzudenken zu sein.

brs/AP



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.