BGH-Urteil: "BamS" darf nicht mit Sachs-Foto werben

"Bild am Sonntag" auf der Yacht: Das Playboydasein war auch schon mal glamouröser. Kein Wunder, dass Gunter Sachs gegen die Verwendung der Aufnahme durch Springer klagte - nun gab der Bundesgerichtshof den Erben des mittlerweile Verstorbenen recht.

Gunter Sachs 1985: Darf nicht beim "Bild"-Lesen gezeigt werden Zur Großansicht
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Gunter Sachs 1985: Darf nicht beim "Bild"-Lesen gezeigt werden

Hamburg/Karlsruhe - Verlage dürfen nicht mit Fotos von Prominenten werben, die sie heimlich beim Lesen ihrer Zeitungen oder Zeitschriften aufgenommen haben. Andernfalls droht ihnen die Zahlung einer Lizenzgebühr an den Abgebildeten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Freitag in Karlsruhe entschieden.

Damit bestätigten die obersten Richter ein Urteil gegen die "Bild am Sonntag", die nun den Erben des toten Kunstsammlers und Playboys Gunter Sachs 50.000 Euro überweisen muss. Die Zeitung hatte ein Bild gedruckt, das Sachs im August 2008 auf seiner Yacht in St. Tropez beim Lesen der "Bild am Sonntag" zeigt.

Sachs hatte sich 2011 das Leben genommen. Er selbst hatte noch vor dem Landgericht Hamburg geklagt und durchgesetzt, dass die Zeitung den Artikel mit dem Bild nicht mehr verbreiten darf. Das Oberlandesgericht ging einen Schritt weiter und gestand Sachs eine Lizenzgebühr von 50.000 Euro zu. Dieses Urteil bestätigte jetzt der BGH.

Die Zeitung habe mit dem Prominenten geworben und sich dadurch einen vermögenswirksamen Vorteil verschafft, begründete das Oberlandesgericht seine Entscheidung. Zudem sei in diesem Fall das Persönlichkeitsrecht höher zu werten als das Interesse der Öffentlichkeit an dem Fakt, dass ein Prominenter auf seiner Yacht Zeitung liest.

Die "Bild am Sonntag" hatte sich im Prozess mit dem Argument verteidigt, es handle sich einfach um einen Artikel "über das Leseverhalten von Gunter Sachs in der Öffentlichkeit". Der prominente Playboy habe auf seiner Yacht damit rechnen müssen, fotografiert zu werden. Die Zeitung habe "nichts offenkundig Rechtswidriges" getan.

In der Verhandlung hatte der Vorsitzende Richter Joachim Bornkamm bereits erklärt, dass er Foto und Artikel für reine Werbung hält, auch wenn sie im redaktionellen Teil stünden. Er deutete ebenfalls an, dass es in einem solchen Fall allein mit einer Unterlassungserklärung nicht getan sein könnte. Damit komme die Zeitung zu billig davon.

sha/dpa

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