"Bild"-Multitasker Nikolaus Blome steigt in Chefredaktion auf

Nikolaus Blome wird stellvertretender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung. Und bleibt ein Multitasker: Neben seinem Job als Talkshow-Host und Leiter des "Bild"-Hauptstadtbüros soll er zukünftig auch das Wirtschaftsressort der "Bild" leiten.

Über ihm nur Kai Diekmann: Der zukünftige stellvertretende "Bild"-Chef Nikolaus Blome
dapd

Über ihm nur Kai Diekmann: Der zukünftige stellvertretende "Bild"-Chef Nikolaus Blome


Hamburg - Nikolaus Blome macht Karriere. Zum 1. Juli übernehme Blome den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs der "Bild"-Zeitung, teilte das Medienhaus Axel Springer am Montag mit. Der Journalist ist seit 1997 für Springer tätig. 2001 wurde er zum stellvertretenden Chefredakteur der "Welt" berufen und übernahm Ende 2002 die Ressorts Innenpolitik und das Parlamentsbüro. Seit August 2006 ist er Leiter des "Bild"-Hauptstadtbüros.

Zuletzt macht der smarte 47-Jährige als Dauer-Talkgast von sich reden: Bei Anne Will ("Selbstverteidigungsminister Guttenberg"), Frank Plasberg (" Wieviel Demut muss sein?"), Maybritt Illner (" Verdient der Minister eine zweite Chance?") und bei Sandra Maischberger ertalkte sich Blome einen Ruf als unerschrockener Guttenberg-Verteidiger. Außerdem diskutiert er seit Januar mit "Freitag"-Herausgeber und SPIEGEL ONLINE-Kolumnist Jakob Augstein auf Phoenix unter dem Titel "Augstein und Blome" im Wochentakt über aktuelle politische Themen. Im Frühjahr veröffentlichte er mit " Der kleine Wählerhasser" auch noch ein Buch über das Verhältnis von Politikern und Bürgern.

Zwei Ressort, ein Chefposten und eine Talkshow

Genug zu tun? Offenbar ist Blomes Arbeitgeber, der Axel Springer-Verlag, anderer Meinung. Denn zum einen soll Blome als stellvertretender "Bild"-Chef weiterhin gemeinsam mit Rolf Kleine Leiter des Hauptstadtbüros in Berlin bleiben. Zum zweiten übernimmt er auch noch das Wirtschaftsressort der Zeitung.

Blome beerbt damit den derzeitigen Wirtschaftschef Oliver Santen. Der 42-jährige Santen kümmerte sich während seiner Tätigkeit bei Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung "meist sehr persönlich um die großen, tollen Unternehmen", wie die Medienkritiker vom bildblog ironisch kommentieren. Santen hat in den letzten Jahren oft den möglichen Ausstieg aus der Kernenergie warnend begleitet - unter Überschriften wie "Der Irrsinn mit dem Atomausstieg", "Ohne Kernenergie wird Strom deutlich teurer!" oder "5 unbequeme Atom-Wahrheiten, die (zurzeit) keiner wirklich hören will".

Das Engagement stand Santens beruflicher Weiterentwicklung offensichtlich nicht im Wege: Zum 1. Juli wechselt er zur Siemens AG und wird dort Leiter der weltweiten Presseabteilung. Der Weltkonzern macht mit dem Bau und dem Betrieb von Kernkraftwerken auch nach dem Fukushima-GAU gute Geschäfte.

twi/dpa



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