"Bild"-Zeitung verurteilt Schmerzensgeld für Herbert Grönemeyer

Die "Bild"-Zeitung im Dauerfeuer: Neben der scharfen Kritik aus dem Kanzleramt und einer Beschwerde des Bundesgerichtshofs beim Presserat muss das Boulevardblatt nun auch mehrere juristische Niederlagen verarbeiten.


Herbert Grönemeyer: Schmerzensgeld für Privatfotos
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Herbert Grönemeyer: Schmerzensgeld für Privatfotos

Am Freitag sah sich das Springer-Blatt vor dem Kammergericht Berlin zu einem Vergleich mit der "Tagesschau"-Sprecherin Eva Herman gezwungen. "Bild" hatte ein nicht freigegebenes Foto der NDR-Mitarbeiterin in Marilyn-Monroe-Pose gedruckt und dabei von "sensationellen Pin-up-Fotos" gesprochen.

Das Blatt musste sich nun verpflichten, eine mehrspaltige Gegendarstellung zu drucken, die vollen Verfahrenskosten zu übernehmen und ein Ordnungsgeld von 5000 Euro zu zahlen.

Zuvor hatte das Landgericht Berlin bereits der Lebensgefährtin von Herbert Grönemeyer in einem Verfahren gegen die "Bild am Sonntag" ein Schmerzensgeld von 25.000 Euro zuerkannt. Das Gericht wertete es als hartnäckigen Verstoß, dass die Zeitung auf ihrer ersten Seite Privatfotos von Grönemeyers Freundin druckte, obwohl das Paar sich bereits im Vorfeld anwaltlich an das Blatt gewandt hatte.

Ebenfalls im Sinne Grönemeyers urteilte in der vorvergangenen Woche das Kammergericht Berlin: Weil "Bild" ein Foto des Paars auf der ersten Seite brachte, obwohl gegen Springer in derselben Sache bereits eine einstweilige Verfügung ergangen war, verhängte das Kammergericht ein Ordnungsgeld von 10.000 Euro gegen die Zeitung.



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