Auktion bei Christie's: Rekordsummen für Bilder von Rothko, Klein, Richter

Die Bilder gelten als Blockbuster der Nachkriegskunst: Bei einer viel beachteten Auktion hat Christie's am Dienstag Meisterwerke von Mark Rothko und Yves Klein versteigert - und dabei spektakuläre Erlöse erzielt. 

Rekordauktion: Blockbuster der Nachkriegskunst Fotos
AFP

New York - Nur wenige Tage, nachdem bei Sotheby's eine Version des Munch-Motivs "Der Schrei" für eine Rekordsumme unter den Hammer gekommen ist, legt Konkurrent Christie's mit einer neuen Sensation nach: Das Auktionshaus versteigerte ein Werk des Künstlers Mark Rothko für rund 87 Millionen Dollar - eine fast doppelt so hohe Summe wie erwartet.

Die Ölmalerei "Orange, Red, Yellow" aus dem Jahr 1961 wurde im Vorfeld auf gerade mal 45 Millionen geschätzt, schreibt das "Wall Street Journal" - und wittert ob der hohen Auktionserlöse für Munch und Rothko einen neuen Boom auf dem Kunstmarkt. Laut Christie's sei das am Dienstag versteigerte Werk der wichtigste Rothko bei einer Auktion seit fünf Jahren, als das Werk "White Center (Yellow, Pink and Lavender on Rose)" bei Sotheby's für Furore sorgte. Das Bild wurde damals für 72,8 Millionen Dollar versteigert.

Auch Werke des Deutschen Gerhard Richter erzielten neue Rekorde. Bei der Auktion in New York sind sechs seiner Gemälde für zusammen rund 55 Millionen Dollar (42 Millionen Euro) versteigert worden. Wie das Auktionshaus Christie's auf seiner Website bekannt gab, erzielte allein Richters "Abstraktes Bild (798-3)" aus dem Jahr 1993 am Dienstag fast 22 Millionen Dollar (17 Millionen Euro). Geschätzt war es lediglich auf 14 bis 18 Millionen Dollar.

Richters "Seestück (leicht bewölkt)" kam auf mehr als 19 Millionen Dollar. Die Werke "Abstraktes Bild (646-4)" und "Abstraktes Bild (646-3)" kamen für jeweils knapp 2,7 Millionen Dollar unter den Hammer. "Abstraktes Bild Violett (600-2)" und "Farbschlieren" wurden für mehr als vier Millionen Dollar versteigert. Richter, von dem derzeit in der Neuen Nationalgalerie in Berlin rund 130 Gemälde zu sehen sind, gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler.

Weibliche Silhouetten verschwinden im Feuer

Als weiterer Höhepunkt der Auktion am Dienstag galt das bekannte Aktionskunstwerk "FC 1" ("Feu Couleur 1", also: "Feuer Farbe 1"), das der Franzose Yves Klein im Jahr 1962 kurz vor seinem Tod geschaffen hatte: Es erzielte 36,4 Millionen Dollar.

Für das Bild beauftragte Klein zwei Models, ihre Körper gegen eine feuerresistente Platte zu pressen und besprühte sie mit Wasser. Nachdem sie zurückgetreten waren, bearbeitete er die Tafel mit einem Flammenwerfer - die nassen Bereiche versengten nicht. Anschließend tauchten die Models ihre Körper in Farbe, pressten sich erneut auf die Platte und hinterließen dabei Abdrücke ihrer Brüste und Hüften. Ihre tanzenden Silhouetten scheinen in einem Feuer zu verschwinden.

Klein hatte die Aktion auf Video aufgezeichnet, die Szenen wurden später Teil der Dokumentation "Die Blaue Revolution" - "La Révolution Bleue". Der Filmtitel ist eine Anspielung auf Kleins berühmten monochromen Blauton, das sogenannte "International Klein Blue", das er auch für "FC 1" verwendete. Das Werk "verkörpert Kleins Obsession mit den unvereinbaren Konzepten von An- und Abwesenheit, von Leben und Tod," sagte Loic Gouzer, bei Christie's Experte für zeitgenössische Kunst.

Erst in der vergangenen Woche war eine Version von Edvard Munchs weltberühmtem Bild "Der Schrei" bei Sotheby's in New York versteigert worden - für unfassbare 119,9 Millionen Dollar. Nie zuvor hat eine Gemäldeauktion einen höheren Preis erzielt.

bos/AP/Reuters

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