Bildersturm Afghanische Taliban enthaupten Riesen-Statue

Zwei Wochen nach dem Befehl zum Bildersturm in Afghanistan haben die Taliban trotz weltweiter Proteste die größere der beiden Buddha-Statuen in Bamiyan durch eine Sprengung "enthauptet".


Bald vollständig zerstört: Buddha-Statue in Bamiyan
REUTERS

Bald vollständig zerstört: Buddha-Statue in Bamiyan

Islamabad - Unter Berufung auf "zuverlässige Quellen" berichtete die in Pakistan ansässige afghanische Presseagentur AIP am Freitag, dass die Taliban außerdem dabei seien, die Treppe an den Statuen mit Sprengstoff zu bestücken, um die beiden 55 und 38 Meter hohen Buddhas völlig zu zerstören. Sie waren im 4. und 6. Jahrhundert aus dem Fels gehauen worden. Von der größeren Statue sei nur noch der mittlere Teil erhalten, berichtete AIP.

Taliban-Anführer Mullah Mohammad Omar hatte am 26. Februar angeordnet, alle religiösen Statuen zu vernichten, weil sie unislamisch seien. Der Befehl hat in aller Welt Entsetzen ausgelöst, auch in islamischen Ländern. Die Taliban lehnten Angebote von Museen und von Indien ab, kleinere Buddha-Statuen außer Landes zu schaffen. Die Taliban kontrollieren mehr als 90 Prozent Afghanistans. Sie werden aber nur von Pakistan, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) als Regierung anerkannt.



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