Vorwurf der sexuellen Belästigung Fox News trennt sich von Starmoderator Bill O'Reilly

Eines der bekanntesten Fernsehgesichter der USA verliert seinen Job bei Fox News: Bill O'Reilly soll fünf Frauen sexuell belästigt und ihnen ein millionenschweres Schweigegeld gezahlt haben.

Bill O'Reilly (Archiv)
REUTERS

Bill O'Reilly (Archiv)


Fox-News-Moderator Bill O'Reilly soll Frauen sexuell belästigt und ihnen Geld gezahlt haben, damit sie darüber schweigen. Jetzt verliert er wegen der Vorwürfe seinen Job. Der Mutterkonzern des konservativen Nachrichtensenders, 21st Century Fox, bestätigte am Mittwoch, dass der umstrittene Moderator nicht auf seinen Posten zurückkehren werde.

"Nach einer gründlichen und sorgfältigen Prüfung der Anschuldigungen haben der Konzern und Bill O'Reilly sich darauf geeinigt, dass Bill O'Reilly nicht zum Fox News Channel zurückkehren wird", teilte das Unternehmen mit, das zum Imperium von Medienzar Rupert Murdoch gehört. Der Nachfolger steht auch schon fest: Tucker Carlson, der unter dem Titel "Tucker Carlson Tonight" auf Sendung gehen wird.

Quotenbringer für Fox News

Bill O'Reilly ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter der USA. Er war 21 Jahre bei dem Sender angestellt. Anfang April hatte die "New York Times" peinliche Details über den 67-Jährigen enthüllt: Sein Sender Fox News und er selbst hätten 13 Millionen US-Dollar (rund 12,2 Millionen Euro) an fünf Frauen gezahlt, die dem Starkommentator Belästigung vorgeworfen hätten. O'Reilly äußerte sich nur knapp zu den Vorwürfen, wies sie aber nicht ausdrücklich zurück. Er vermutet eine Verschwörung gegen sich, als Prominenter ziehe er Klagen von Personen an, die Geld von ihm wollten, um negative Berichterstattung zu vermeiden.

O'Reillys allabendliche Talk-Sendung "The O'Reilly Factor" ist ein wichtiger Quotenbringer für den Sender Fox News. Allerdings wandten sich zahlreiche Anzeigenkunden nach den Vorwürfen von ihm ab - sein Publikum dagegen wuchs. Seine rechtsgerichteten Überzeugungen versteckte der meinungsstarke Moderator nicht. So erklärte er, die Todesstrafe sei für einige Straftäter zu human, diese hätten stattdessen Arbeitslager verdient.

Zuletzt hatte sich US-Präsident Donald Trump hinter O'Reilly gestellt. Dieser sei "kein schlechter Mensch", sagte der Präsident nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Moderator. Fox News war in den vergangenen Wochen zu einer Art Haussender für Trump geworden. Während er andere Medien als Staatsfeinde beschimpfte, lobte er die angeblich stets korrekte Darstellungsweise des Murdoch-Senders, dessen Journalisten sich oft lobend über die Politik Trumps äußern.

Im vergangenen Jahr hatte Fox-News-Chef Roger Ailes zurücktreten müssen, nachdem ihm mehrere Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen hatten.

mja/AP/dpa



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