"Bitte liebt Österreich" Demonstranten stürmen Schlingensief-Container

Demonstranten sind in die Container von Christoph Schlingensiefs Abschiebeprojekt vor der Wiener Staatsoper gedrungen. Sie zerstörten das Schild "Ausländer raus" und befreiten die Bewohner.


Ein 31-jähriger iranischer Schauspieler war erster "abgeschobener Asylant" im Rahmen der Wiener-Festwochen-Aktion "Bitte liebt Österreich".
DPA

Ein 31-jähriger iranischer Schauspieler war erster "abgeschobener Asylant" im Rahmen der Wiener-Festwochen-Aktion "Bitte liebt Österreich".

Wien - Nach einer kurzen Unterbrechung wurde die Aktion "Bitte liebt Österreich", die im Rahmen der Wiener Festwochen stattfindet, fortgesetzt. Die Aktivisten hatten sich aus der mittlerweile traditionellen Donnerstag-Demonstration gegen die rechtskonservative Koalitionsregierung gelöst. Österreichische Medien sehen die Aktion daher als Sympathie-Erklärung mit dem umstrittenen Schlingensief-Projekt. Der deutsche Regisseur hatte sich in den vergangenen Tagen mehrmals öffentlich darüber gewundert, dass das fragliche Schild ungestört auf dem Containerdach belassen wurde.

Die gestürmten Container
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Die gestürmten Container

Unter dem Titel "Bitte liebt Österreich - Erste österreichische Koalitionswoche" hat der deutsche Theater-Provokateur Schlingensief anfangs zwölf als "Asylbewerber" vorgestellte Schauspieler in einem Containerdorf neben der Wiener Staatsoper einziehen lassen. Schlingensief beschreibt sein Projekt als die Simulation einer Situation, die entstehen könne, wenn die Ankündigungen Jörg Haiders und seiner Freiheitlichen Partei realisiert würden. Mit Live-Kameras wird das Geschehen in den Containern via Internet-Fernsehen weltweit übertragen. Die Zuschauer wählen täglich zwei der Insassen zur "Abschiebung" aus. Das Projekt endet am Samstagabend.



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