Frauenzeitschrift "Brigitte" soll Rückkehr der Profi-Models prüfen

Model-Verzicht gegen Schlankheitswahn: Mit dieser Aktion machte die Frauenzeitschrift "Brigitte" 2009 weltweit Schlagzeilen. Doch nun könnte die Kehrtwende kommen. Laut einem Zeitungsbericht erwägt der neue Chefredakteur ein Comeback der Profi-Models - auch aus Kostengründen.

Neuer "Brigitte"-Chefredakteur Stephan Schäfer: "Alles auf dem Prüfstand"
Jeanette Schaun

Neuer "Brigitte"-Chefredakteur Stephan Schäfer: "Alles auf dem Prüfstand"


Hamburg - Stephan Schäfer, der Anfang August neben Brigitte Huber neuer Co-Chefredakteur der "Brigitte" wurde, soll die Marke "Ohne Models" in Frage stellen, so die "Süddeutsche Zeitung" . Es sei nicht ausgeschlossen, dass bald wieder Models im Heft gezeigt würden.

Schäfers Vorgänger Andreas Lebert hatte 2009 im SPIEGEL geklagt, die ganze Branche sei magersüchtig: "Seit Jahren müssen wir die Mädchen mit Photoshop dicker machen." Als Reaktion darauf beschloss die traditionsreiche Frauenzeitschrift, in Zukunft nicht mehr mit professionellen Models arbeiten zu wollen.

Die Aktion wurde viel diskutiert, im In- und Ausland, doch sie hatte zumindest auf die sinkende Auflage des Magazins keine positiven Auswirkungen. Dafür allerdings seien die Kosten für Fotoproduktionen gestiegen, seit nur noch Hobby-Models eingesetzt würden. Die Arbeit mit den "normalen Frauen" sei "sehr aufwendig", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Stimmen - dennoch würden sie aber branchenüblich bezahlt. "Die Unerfahrenheit der Amateur-Models" habe zu großen Zeitverlusten geführt, will der Branchendienst Meedia.de erfahren haben, zumal viele Frauen nur am Wochenende zur Verfügung stünden.

Der Verlag Gruner + Jahr, in dem die "Brigitte" alle 14 Tage erscheint, erklärte, derzeit stelle man alles auf den Prüfstand, was bei einem Führungswechsel normal sei.

feb



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
clh 03.09.2012
1. Model
Na, das werden die Leserinnen dann hoffentlich noch weniger honorieren. Etwas mehr Festhalten am aufgeflackerten Verstand tut not. Nachhaltigkeit ist gefragt.
gepro 03.09.2012
2. Profimodel oder nicht
Zitat von sysopJeanette SchaunModel-Verzicht gegen Schlankheitswahn: Mit dieser Aktion machte die Frauenzeitschrift "Brigitte" 2009 weltweit Schlagzeilen. Doch nun könnte die Kehrtwende kommen. Laut Zeitungsbericht erwägt der neue Chefredakteur ein Comeback der Profi-Models - auch aus Kostengründen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,853619,00.html
Das dürfte kaum das Problem dieser Zeitschrift sein. In jedem Frühjahr/Sommer/Herbst/Winter dieselben Themen: Abnehmen/Haare rasieren/Pulli stricken/Weihnachtsdeko/Supermann finden/Blödmann loswerden. Es fehlt der Zeitschrift an Substanz. Mir ist sie zu oberflächlich und mein Geld zu schade.
mactor2 03.09.2012
3. Nun ja,
die abgemagerten Modells z.B. von H&M sind schon ein Problem. Auch heute noch. Allerdings finde ich derzeit auch die vielen Dicken grenzwertig. Da will mir eine "gutgebaute" Frau mit Doppelkinn den Gesundheitlichen Vorteil von Joghurt (Actimel) erklären und ich soll Ihr das noch glauben... Oder die "Modells" von "Dave" Seife.... Da ist es doch besser diese Art von Modells bei Traktoren, Geländewagen, Sahneeis mit Schokostückchen oder Sahnepudding zu platzieren. Denke ich. Wie gesagt. Kommt immer auf das Produkt an und in einer Frauenzeitschrift ist das wohl eher unpassend...
holystony 03.09.2012
4. Respekt
Der Redaktion der Brigitte muss man erstmal Respekt dafür zollen dass sie dieses Problem so ernsthaft angegangen ist. Trotzdem finde ich die gefundene Lösung falsch, man könnte doch einfach etwas wohl geformtere und gesünder aussehende Profis nehmen. Die wissen nähmlich wie sie auf Fotos wirken, hier kommt man eben zu den Ergebnissen die man braucht...ich bin Fotograf :-)
Blaue Fee 03.09.2012
5. Brigitte
Das Problem der Brigitte ist nicht das Layout, sondern der Inhalt. Sie wendet sich hauptsächlich an Frauen mit Mittlerer Reife und anschliessendem Lehrberuf, nicht aber an Selbständige oder gar Frauen in gehobener Position. Die Geschichten sind insgesamt langweilig und bieten mehr blabla an Beziehungsproblemen (von denen nun wirklich niemand mehr was hören will) als an beruflichen Vorbildern. Inzwischen liegt sie nicht mal mehr bei der LH aus, sondern nur noch die Konkurrenz von Burda.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.