Frauenzeitschrift: "Brigitte" setzt wieder auf Profi-Models

Schluss mit den Alltagsmodels, zurück zu den professionellen Kleiderständern? Die neue Chefredaktion versichert, man werde weiterhin auch Laien für Fotoproduktionen verwenden. Das Konzept "Ohne Models", das "Brigitte" seit 2010 praktiziert, ist damit aber Geschichte.

Die erste "Brigitte"-Ausgabe "ohne Models" im Januar 2010: Minderwertigkeitskomplexe wegen zu schöner Laien-Models? Zur Großansicht
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Die erste "Brigitte"-Ausgabe "ohne Models" im Januar 2010: Minderwertigkeitskomplexe wegen zu schöner Laien-Models?

Hamburg - Fast drei Jahre lang hatte das Magazin ausschließlich Frauen für Fotoproduktionen engagiert, die nicht hauptberuflich als Model arbeiten. Mit der Oktober-Ausgabe, die ab 19. September im Handel sein wird, kehren die Profi-Models zurück in die "Brigitte", wie der Verlag Gruner + Jahr am Donnerstag in Hamburg mitteilte.

Man habe Bilanz gezogen, heißt es in einer Mitteilung der "Brigitte"-Redaktion, die angebliche Beschwerden von Leserinnen zitiert: "Ich fühle mich manchmal von der Mode abgelenkt, wenn eine ganz normale Frau gezeigt wird. Und, ja, auch unter Druck gesetzt: Wenn die Frau von der Straße auf den Fotos in "Brigitte" schon so schön aussieht, das macht einem ja Minderwertigkeitskomplexe…"

Statt der schönen Frauen von der Straße will die Zeitschrift nun unter dem Motto "für mehr Vielfalt" wieder vermehrt auf schöne Frauen aus den Agenturen setzen, "wenn es für ein Thema oder auch das Titelbild besser passt". Man wolle einen "Mix aus Foto-Produktionen mit professionellen Models und Laien-Models" präsentieren, schreibt die Redaktion, die seit Anfang August unter dem neuen Chefredaktionsteam Stephan Schäfer und Brigitte Huber arbeitet.

Ausschlaggebend für die Entscheidung könnte auch gewesen sein, dass die Fotoproduktionen mit Laien deutlich komplizierter und risikoreicher sind - was die Redaktion in etwas verklausulierter Form so ausdrückt: "Anders als ein professionelles Model bringen die Frauen ihren individuellen Stil am Set mit ein, sie möchten sich in der Mode, die sie präsentieren, auch wohlfühlen. Das kann auch für zukünftige Modestrecken interessant sein, passt aber eben nicht in jede Strecke." "Brigitte" versichert aber, wie gehabt keine "Size-Zero-Figuren" ins Magazin zu bringen. Außerdem freue man sich weiterhin über Bewerbungen von Laienmodels.

twi/dapd/dpa

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