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Britische Abhöraffäre Murdoch-Skandal droht "The Times" zu erfassen

Firmensitz von News International (im Juli 2011): Im Strudel einer AbhöraffäreZur Großansicht
REUTERS

Firmensitz von News International (im Juli 2011): Im Strudel einer Abhöraffäre

Der britische Abhör- und Hackerskandal schien bislang auf Boulevardmedien beschränkt - nun droht er, auch, Murdochs Flaggschiff "The Times" zu erfassen. Die britische Polizei ermittelt gegen einen Journalisten des Blatts wegen des Verdachts, sich in E-Mails eingehackt zu haben. 

Hamburg/London - Der Skandal um illegale Recherchemethoden bei Publikationen des Medienmoguls Rupert Murdoch zieht weitere Kreise. Mit der Zeitung "The Times" ist jetzt erstmals auch ein Qualitätsblatt von Murdochs britischer Zeitungssparte News International in die Kritik geraten.

Das Blatt habe zugegeben, dass einer ihrer Reporter versucht habe, sich Zugang zu vertraulichen Daten zu verschaffen, sagte der Labour-Abgeordnete und Medienexperte Tom Watson unter Berufung auf Scotland Yard. Die Londoner Polizei habe Ermittlungen eingeleitet. Auf Nachfrage der BBC bestätigte die Polizei die Ermittlungen, lehnte allerdings eine nähere Stellungnahme ab.

"Als der Reporter seine Vorgesetzten informierte, dass er sich im Zuge seiner Recherchen auf eigene Initiative nicht autorisierten Zugang zu einem E-Mail-Konto verschaffen wollte, wurde ihm gesagt, dass er legitime Mittel anwenden soll, wenn er die Story weiterverfolgen will", heißt es in einem Brief des "Times"- Chefredakteurs James Harding an den richterlichen Ausschuss zur Untersuchung der Murdoch-Affäre. Der Reporter habe die Zeitung inzwischen verlassen.

Bereits am vergangenen Samstag waren vier Journalisten des britischen "Bild"-Äquivalents "The Sun" wegen des Verdachts illegaler Zahlungen an die Polizei festgenommen worden, darunter der aktuelle Nachrichtenchef, ein Abteilungsleiter sowie zwei frühere Führungskräfte. Das meldete die Londoner Tageszeitung "The Guardian". Eine Anklage gibt es jedoch bisher nicht, sie sind derzeit auf Kaution auf freiem Fuß.

Die Murdoch-Affäre hatte ihren Anfang bei der Boulevardzeitung "News of the World" genommen. Nachdem im vergangenen Frühjahr immer mehr Details über illegale Abhörmethoden bekanntgeworden waren, stellte Murdoch das Sonntagsblatt ein. Hochrangige Manager der Zeitungsholding News International, darunter Verlagschefin Rebekah Brooks, wurden vorübergehend festgenommen und verloren ihre Jobs.

sha/dpa

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