Britischer Journalist in Thailand Wegen Gasmaske verhaftet

Weil er eine Gasmaske und eine Schutzweste bei sich trug, wurden ein britischer Journalist und sein deutscher Kollege an einem Flughafen in Thailand verhaftet. Der Vorwurf: Sie hätten "Kriegswaffen" bei sich.

Gasmaske
DPA

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Ein britischer Journalist ist in Thailand verhaftet worden, weil er eine Gasmaske und Platten für eine schusssichere Weste bei sich trug. Der 46 Jahre alte Tony Cheng befand sich auf dem Weg von Bangkok in den Irak, als er am Flughafen festgenommen wurde. Der Grund: unerlaubter Waffenbesitz.

Laut einem Gesetz in Thailand gelten Gasmasken und Schutzwesten als Kriegswaffen und dürfen nur mit Erlaubnis getragen werden. Bei Verstoß drohen bis zu fünf Jahre Haft. Für Journalisten in Kriegsgebieten gehören sie jedoch zur Standardausstattung. Cheng war im Auftrag des chinesischen Senders CCTV unterwegs, um aus der umkämpften irakischen Stadt Mossul zu berichten.

Gemeinsam mit Cheng wurde auch der deutsche Journalist Florian Witulski verhaftet, beide hatten bereits im März aus Mossul berichtet. Witulski wurde inzwischen wieder freigelassen, ihm droht keine Anklage. Der Presseagentur Reuters sagte er, Cheng und er seien sich nicht bewusst gewesen, dass es einer Erlaubnis bedürfe, um Gasmasken und Schutzwesten zu tragen.

Medienorganisationen haben die thailändische Regierung wiederholt für das scharfe Waffengesetz kritisiert. Im August 2015 wurde ein Fotograf aus Hongkong am selben Flughafen verhaftet, weil er eine Schutzweste und einen Helm bei sich trug. Die Anklage wurde damals fallengelassen.

gia/Reuters



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