Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bürgerproteste: "Wutbürger" ist Wort des Jahres

Stuttgart 21, Sarrazin-Debatte, der Volksentscheid gegen die Hamburger Schulreform: "Wutbürger" gehen auf die Barrikaden. Jetzt hat die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff zum Wort des Jahres 2010 gewählt. Erfunden hat ihn SPIEGEL-Ressortleiter Dirk Kurbjuweit.

Demonstranten in Stuttgart: "Zutiefst empört über die Politiker" Zur Großansicht
REUTERS

Demonstranten in Stuttgart: "Zutiefst empört über die Politiker"

Hamburg/Wiesbaden - "Eine neue Gestalt macht sich wichtig in der deutschen Gesellschaft", schrieb Dirk Kurbjuweit im Oktober 2010 in einem SPIEGEL-Essay, "das ist der Wutbürger." Kurbjuweit, SPIEGEL-Politikchef und Leiter des Hauptstadtbüros, hatte sich den Begriff ausgedacht.

Er beschrieb damit nicht nur einen neuen gesellschaftlichen Typus, der "mit der bürgerlichen Tradition bricht, dass zur politischen Mitte auch eine innere Mitte gehört" - sondern prägte auch das Wort des Jahres.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden setzte den Begriff am Freitag auf Platz eins ihrer jährlichen Liste der "Wörter des Jahres".

"Der Wutbürger buht, schreit, hasst. Er ist konservativ, wohlhabend und nicht mehr jung. Früher war er staatstragend, jetzt ist er zutiefst empört über die Politiker", so Dirk Kurbjuweit.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache sieht das Wort als Ausdruck für die Empörung in der Bevölkerung, "dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden". Das wichtigste Beispiel dafür war "Stuttgart 21", das die Sprachexperten auf Platz zwei wählten.

Wort des Jahres 2009 war "Abwrackprämie". Für ihre Liste aus zehn Wörtern sammelt die Gesellschaft für deutsche Sprache jeweils prägnante Begriffe aus den Medien, die die öffentliche Diskussion in dem Jahr bestimmt haben.

sha/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: