Grundsteinlegung in Berlin Gauck lobt Stadtschloss als "Ort der Weltkulturen"

Bundespräsident Gauck hat in Berlin den Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt. Er lobte den Neubau der Preußen-Residenz als lebendigen "Ort der Weltkulturen".

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Berlin/Hamburg - Seit zwei Jahrzehnten wurde über die Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses debattiert. Jetzt hat Bundespräsident Joachim Gauck den Grundstein für den Wiederaufbau gelegt.

Die frühere Residenz der Preußenkönige in der Mitte Berlins werde ein lebendiger Ort der Weltkulturen, sagte Gauck beim traditionellen Hammerschlag auf dem Schlossplatz. Unter dem Namen Humboldtforum sollen im Schloss ab 2019 die Schätze der außereuropäischen Kulturen aus den Berliner Museen gezeigt werden.

Für das neue Schloss mit seiner Barockfassade hatte der Bundestag mehrheitlich votiert, es gab aber auch viel Kritik an der Rekonstruktion. Die Kosten liegen bei 590 Millionen Euro; diese Summe hat der Bundestag bislang als Höchstgrenze festgelegt. Im Endeffekt könnten die Kosten laut "Tagesspiegel" aber bis zu 900 Millionen Euro betragen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann, CDU, sagte, der Wiederaufbau sei eines der bedeutendsten Kulturvorhaben Deutschlands und werde der deutschen Hauptstadt seine historische Mitte wiedergeben. Bundesbauminister Peter Ramsauer, CSU, rief die Menschen dazu auf, das Schloss zu einem "wahrhaftigen Haus des Volkes" zu machen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, SPD, sagte, die Stadt erhalte einen neuen kulturellen Leuchtturm. Zuvor hatte er den Bund an seine finanziellen Verpflichtungen bei dem Projekt erinnert. Sollten nicht genug Spenden für die Rekonstruktion der historischen Fassade zusammenkommen, müsse der Bund dafür geradestehen, sagte Wowereit am Mittwoch im RBB-Sender radioeins. "Man darf nicht auf einmal sagen: Jetzt lassen wird die Fassade halbfertig." Für das Schloss sei nicht Berlin zuständig. Der Bundestag habe mit großer Mehrheit für den Wiederaufbau gestimmt.

Beim Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses kommen nach SPIEGEL-Informationen auf die Steuerzahler hohe Mehrkosten zu. Das geht aus internen Unterlagen des Bundesbauministeriums hervor. Bislang sind erst 10,4 Millionen Euro an Spenden eingegangen. Für die barocke Fassade, die ursprünglich ausschließlich privat bezahlt werden sollte, sind 80 Millionen Euro veranschlagt.

bos/dpa



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unimatrix 12.06.2013
1.
Zitat von sysopBundespräsident Gauck hat in Berlin den Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt. Er lobte den Neubau der Preußen-Residenz als lebendigen "Ort der Weltkulturen". http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bundespraesident-gauck-legt-grundstein-fuer-berliner-stadtschloss-a-905332.html
Dit Jeld hät man och wo anners vaschwenden können find ick. Is doch jenuch Weltkultur uffe Museumsinsel. Da hätte nen Blödelmarkt und nen Koofland hinjepasst! Wo wa noch nich jenuch davon rumstehn ham. Zwee pro Straße, so kommt it eenem vor. Jut dit im Artikel steht, dit der Bundestach den Klunkerpalast haben wollte. Ick nich, annere nich und denn sind wa trotzdem schuld, dit der arme Südländer och dafür wieder mitblechen muss. ... so und nu Feuer free meene lieben Berlinhasser. I heart you too!
Nepheron 12.06.2013
2. optional
Warum? In Potsdam gibts doch schon ein paar Schlösser und das ist gleich nebenan?!
Rudolf Pfalz 12.06.2013
3. und das nächste schwarze Loch
nach dem Flughafen und jetzt mit dem "kulturellen Leuchtturm" (Wowereit) sollte Berlin dann bald wieder einen Lampenladen haben. 500 Mio, 900 Mio, zum Schluss werden es 1 oder 2 Milliarden, man kennt das ja. Die haben doch alle den Sinn und die Realität verloren und wirklich von nix eine Ahnung aber davon haben sie jede Menge!
Stäffelesrutscher 12.06.2013
4.
Zitat von sysopBundespräsident Gauck hat in Berlin den Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt. Er lobte den Neubau der Preußen-Residenz als lebendigen "Ort der Weltkulturen". http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bundespraesident-gauck-legt-grundstein-fuer-berliner-stadtschloss-a-905332.html
Einen Ort der Weltkulturen gab es dort bis vor ein paar Jahren: Santana, Harry Belafonte, Mireille Mathieu, Katja Ebstein, Miriam Makeba, Helen Schneider, Herman van Veen, Mikis Theodorakis, Mercedes Sosa, Czeslaw Niemen, Udo Lindenberg, Latin Quarter, Dimensión Costeña, Tom Robinson und viele andere traten im Palast der Republik auf.
guentherprien, 12.06.2013
5. Schade, bis jetzt war Gauck ja immer witzig,
aber das geht zu weit. Schon mal das Märchen vom Fischer und seiner Frau gelesen ? Das unsachliche Grinsen des Herrn Wobereit macht das Foto erst richtig mies. Herr Gauck, müssen sie so etwas machen ?
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