Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe Auftritte von Charles Dutoit abgesagt

Er soll mehrere Musikerinnen bedrängt haben - nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe haben mehrere Orchester die Zusammenarbeit mit dem Star-Dirigenten Charles Dutoit ausgesetzt.

Charles Dutoit
EPA/ EFE

Charles Dutoit


Der gebürtige Schweizer soll Sängerinnen und eine klassische Musikerin in US-Städten zwischen 1985 und 2010 bedrängt haben, etwa in einem Fahrstuhl und in einem Ankleideraum: Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe sind mehrere internationale Auftritte des 81-jährigen Stardirigenten Charles Dutoit abgesagt worden.

Dutoit sei ab sofort von seinen Konzertverpflichtungen entbunden worden, teilte das Royal Philharmonic Orchestra in London mit, wo Dutoit als Chefdirigent arbeitet. Die Entscheidung sei gemeinsam mit ihm getroffen worden. Die Vorwürfe müssten rasch geklärt werden. "Charles Dutoit muss eine faire Chance erhalten, Rechtsberatung einzuholen und diese Vorwürfe anzufechten", heißt es.

Auch andere Orchester in den USA und in Australien sollen die Zusammenarbeit mit Dutoit ausgesetzt haben. Dutoit, der zweifacher Grammygewinner ist, hat weltweit große Erfolge als Dirigent gefeiert, unter anderem im Sinfonieorchester von Montreal und in den Nationalorchestern von Mexiko und Göteborg.

Dutoit ist nicht der erste Star der Klassikszene, gegen den in den vergangenen Wochen Vorwürfe erhoben wurden. Anfang Dezember hatte die Welle von Veröffentlichungen zu sexuellen Übergriffen, die mit dem Sturz des Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein begonnen hatte, bereits die Welt der klassischen Musik erreicht. Damals setzte die weltberühmte Metropolitan Opera die Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Dirigenten und künstlerischen Leiter James Levine aus. Er soll über Jahre hinweg einen Jugendlichen missbraucht haben.

et/dpa/AP



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